19.06.2019
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"Vater-Kind-Wochenende": Papa ist nur für mich da

Nur für Väter: Die Kolpingfamilie St. Andreas veranstaltet regelmäßig solche Wochenenden.

Nur für Väter: Die Kolpingfamilie St. Andreas veranstaltet regelmäßig solche Wochenenden.

Foto:

Markus Rauen

Wesseling -

(rmm) Zum vierten Mal konnten Väter mit ihren Kindern ein Wochenende mit der Kolpingsfamilie verbringen. „Mut tut gut“ war das Motto, unter dem die Väter freitags, oft direkt nach ihrer Arbeit, kamen und man gemeinsam nach Nettersheim in die Eifel fuhr.

Manche kannten sich aus einer der drei vorigen Freizeiten, andere orientierten sich neu, weil sie zum ersten Mal teilnehmen. „Ich bin Mann und Vater, Du bist es auch, wir verbringen ein Wochenende mit unseren Kindern: So kann zusammen erlebt werden, dass Freude und Leid in und mit der Familie zur Normalität gehören und dass es gut tut, sich untereinander auszutauschen

Ein Besuch im Bergwerk.

Ein Besuch im Bergwerk.

Foto:

Uwe Hein

Zu den zahlreichen Aktionen an dem Wochenende kam das Kochen, bei dem jeder Vater mit seinen Kinder(n) mal dran war.

Es wurden Teams werden gebildet, die Hilfsbereitschaft untereinander war groß. Das verband die Reisenden schnell, schaffte Solidarität. „Gemeinschaft entsteht, wenn sich alle einbringen, mit ihren Fähigkeiten und Grenzen.

Gemeinsam wurde die schöne Gegend um Nettersheim erkundet.

Gemeinsam wurde die schöne Gegend um Nettersheim erkundet.

Foto:

Kolping (Quelle)

Auch die Kinder untereinander helfen sich: Die Größeren kümmern sich um die Kleinen, die Kleinen schauen sich das Größer sein der anderen interessiert an und erproben manches“, erklärte Marcus Savsek von der Kolpingsfamilie.

Das Motto, welches übrigens auf ein Ausspruch von Adolph Kolping zurückgeht, zog sich wie ein roter Faden durch die Tage: Am Freitag war die Gruppe unterwegs mit dem Nettersheimer Nachtwächter. An Häusern und Plätzen des Ortes hörten alle von Freud und Leid, von Arbeit und Brauchtum der Eifelbevölkerung im Jahrhundert der Hungersnöte und Industrialisierung. Je dunkler es wurde, desto mehr vermischten sich historische Geschichten mit den Mythen und Legenden der Eifel und auch eine Hexe tauchte in den Erzählungen auf.

Nach einem kräftigen Frühstück am nächsten Tag folgte die nächste Mutprobe: In einem völlig abgedunkelten Bergwerk, nur im Licht der eigenen Taschenlampen, muss die Gruppe die Aufgaben lösen die ihnen der „Steiger“ aufgab und die letztendlich zu einer Schatzkiste führten.

Die Finsternis und stellenweise drückende Enge vermittelte einen Eindruck wie belastend die Arbeit unter Tage war und manches Kind muss von seinem Vater getröstet werden.

Zufrieden und mitunter etwas dreckig stiegen alle nach einer Stunde wieder aus dem Schacht, glücklich alle Aufgaben gelöst zu haben und auch wieder frische Luft atmen zu können.

Es folgte eine ausgiebige Pause und dann war es Zeit für ein Ad-hoc-Theater: Mehrere Gruppen wurden gebildet um jeweils ein Märchen in unterschiedlichen Genres (Western, Science-fiction…) zu inszenieren bei dem, bestimmte Begriffe, Kolping-Zitate und Gegenstände aus dem Lager integriert werden mussten.

Das Ganze mit nur einer Stunde Zeit zur Vorbereitung für die große Aufführung am Abend. Ob das gut ging? Und wie! Den einen oder anderen hat es sichtbar Mut gekostet auf den „Brettern die die Welt bedeuten“ aufzutreten, aber so viel Spontanität, Witz und Spannung hat man selten gesehen! Es war ein rauschendes Fest, bei dem das „Kind im Manne“ zum Zuge kam und die Kinder mit äußerst geistreichen Ideen wunderbare Stücke kreierten.

Sobald die Kinder nach der kurzen Abschlussreflexion im Bett waren, gab es für alle Väter einen gemütlichen Teil am Lagerfeuer, mit Gesprächen und Liedern, begleitet von der Mundharmonika eines talentierten Vaters.

Sonntag wurde zum Abschluss getrommelt, schon nach kurzer Zeit erlernten selbst die unmusikalischsten Teilnehmer Rhythmen und Melodien von Queen oder den Beatles, ergänzt von Eigenkomposition der Kinder.

Informationen zu weiteren Aktionen der Kolpingsfamilie finden sich in den Schaukästen in St. Andreas, sowie unter: oder Kolpingsfamilie#Wesseling.