18.05.2019
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Entweihung der Kirche in Manheim: „Für Manheimer ist dies ein sehr schwerer Tag“

Rund um die Manheimer Pfarrkirche St. Albanus und Leonhardus sind alle Häuser bereits leer und verlassen. Auch die Kirche soll abgerissen werden.

Rund um die Manheimer Pfarrkirche St. Albanus und Leonhardus sind alle Häuser bereits leer und verlassen. Auch die Kirche soll abgerissen werden.

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Zingsheim

Kerpen-Manheim -

(zi) Die Kirche St. Albanus und Leonhardus in Kerpen-Manheim wird mit einem Gottesdienst am kommenden Samstag, 18. Mai, 17.15 Uhr, profaniert, also entweiht. Sie soll abgerissen werden.

In dem letzten Gottesdienst in der Kirche wird ein Schreiben des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki verlesen, wonach die Kirche in Manheim außer Dienst gestellt und nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt werden soll. Der Erzbischof folge damit der Bitte der gewählten Gremien der katholischen Pfarrgemeinde, nachdem er vorher verschiedene Gremien auf Bistumsebene befragt und um Zustimmung gebeten habe.

Der Abriss des Gotteshauses ist in den Konflikt um die Fortsetzung des Tagebaus Hambach geraten, und Tagebaugegner fordern längst, dass die Kirche als Symbol stehen bleiben soll. Allerdings ist das Dorf fast komplett umgesiedelt und zum Großteil bereits abgerissen. Ein Teil der Häuser wurde auch deshalb vorzeitig abgerissen, weil Aktivisten die leerstehenden Häuser teilweise besetzt hatten.

„Kirche muss da sein, wo die Menschen sind“, erklärt Möers, der den Gottesdienst leiten wird. Der größte Teil der Gemeindemitglieder - rund 94 Prozent - wohnt schon in Manheim-neu. Dort treffen sie sich derzeit in einer größeren Gartenhütte jede Woche zu Gottesdiensten, zum „Hüttencafe“ und zu Bastelangeboten.

Doch die Gemeinde hofft auf größere Räume. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau einer neuen Kirche mit Gemeindezentrum begonnen werden. In die neue Kirche sollen Teile der alten integriert werden. Altar, Kreuz, Taufstein, Fenster und Kirchenbänke sollen nach Manheim-neu umziehen. Voraussetzung für die Entnahme dieser Teile aus der alten Kirche ist die Profanierung. Daher ermöglicht die Profanierung den Neuanfang für die Gemeinde in Manheim-Neu.

Im Gottesdienst am 18. Mai will sich die Gemeinde von dem alten Ort verabschieden. „Wir erinnern uns an Anlässe in der Kirche, sowohl frohe wie Taufen und Hochzeiten, als auch traurige wie Beerdigungen“, sagt Pfarrer Möers. Gemeindemitglieder werden Geschichten aus der Kindheit erzählen. „Durch die Erinnerungen soll der Ort lebendig bleiben. Denn Erinnerungen können geteilt werden und bleiben, während Mauern und Steine irgendwann zerfallen“, so Möers.

Dem Pfarrer ist wichtig, dass in diesem Gottesdienst ganz der Abschied der Gläubigen von ihrer Kirche im Mittelpunkt steht: „Für Manheimer ist dies ein sehr emotionaler und schwerer Tag, den wir mit Gott begehen wollen.“

Den Gottesdienst mit der Gemeinde leitet Pfarrer Ludger Möers. Weitere Priester sind die Pfarrer Thomas Oster und Franz-Josef Pitzen, beide Pfarrvikare im Seelsorgebereich Kerpen Süd-West. Pfarrer Joachim Federhen war drei Jahre als Kaplan in Manheim tätig, Pfarrer Alfons Holländer war lange Jahre als Diakon in der Gemeinde tätig.