22.05.2019
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Verhaftung bei Razzia: Gastwirt aus Pulheim wohl einer der Haupttäter

49 Razzia Pulheim

Der Besitzer einer Osteria in Pulheim gilt als mutmaßlicher Haupttäter. Ihm wird unter anderem Kokainhandel vorgeworfen.

Foto:

Oliver Berg/dpa

Pulheim-Geyen -

Die mächtige Mafiagruppe 'Ndrangheta' soll im weltweiten Kokainhandel eine führende Rolle spielen. Die Kölner Polizei legte den Verdächtigen aus ihrem Bereich 23 Fahrten mit jeweils 80 Kilogramm Kokain zur Last. Hauptverdächtig ist ein italienischer Restaurantbetreiber aus Pulheim.

Weltweite Anti-Mafia-Razzia mit Schwerpunkt NRW

Bei der internationalen Anti-Mafia-Razzia mit dem Decknamen «Pollino» ist Nordrhein-Westfalen einer der Schwerpunkte der Ermittler gewesen. Allein in Nordrhein-Westfalen sind 18 Haftbefehle vollstreckt worden. Das teilte Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags mit. Weitere drei von der Polizei Köln gesuchte Personen wurden außerdem in Berlin aufgespürt. Mehr als 600 Polizeikräfte waren im Einsatz. Allein das Bundeskriminalamt ließ 67 Objekte in NRW durchsuchen. Einer der Hauptverdächtigen wurde in Pulheim-Geyen festgenommen. Es handele sich um einen 45-jährigen Gastwirt. Die Verdächtigen werden der mächtigen Mafiagruppe 'Ndrangheta zugerechnet.

Auf die Spur der mutmaßlichen Mafiosi sind die deutschen Ermittler nach eigenen Angaben durch den Fund von Kokain in einem präparierten Pferdetransporter gekommen. Der Transporter sei vor zwei Jahren im britischen Fährhafen Harwich sichergestellt worden. Unter dem Namen «Falabella», so heißen Miniponys aus Argentinien, hatte eine Ermittlergruppe beim Kölner Kriminalkommissariat verdeckt ermittelt.

Das Verfahren richtete sich gegen italienische und deutsche Staatsangehörige im Alter zwischen 33 und 68 Jahren. Ermittelt wird in diesem Zusammenhang auch wegen des Verdachts des Verrats von Dienstgeheimnissen gegen mehrere Bedienstete unterschiedlicher Behörden.

«Die Razzien und Festnahmen heute treffen das organisierte Verbrechen schwer», sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). «Nur gemeinsam können wir auf Dauer diesen Sumpf austrocknen. Wenn uns das nicht gelingt, wollen wir wenigstens aber den Grundwasserspiegel deutlich absenken.»

Insgesamt werde im Rahmen dieser Operation in Deutschland gegen 47 Beschuldigte ermittelt, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt von Duisburg, Horst Bien. So sei in NRW Vermögen im Wert von mehreren Millionen Euro vorläufig beschlagnahmt worden.

Die kalabrische 'Ndrangheta gilt als mächtigste italienische Mafia-Organisation. Sie dominiert den Drogenschmuggel nach Europa und ist auch in Deutschland aktiv. Eurojust-Vizepräsident Filippo Spiezia bezeichnete die Operation unter dem Decknamen «Pollino» als «außerordentlichen Erfolg». Sie sei die bisher umfangreichste ihrer Art in Europa.

Im Laufe der Ermittlungen waren zuvor europaweit fast 4000 Kilogramm (das sind 4 Tonnen) Kokain, 140 Kilogramm Ecstasy-Pillen und beträchtliche Mengen anderer Betäubungsmittel beschlagnahmt worden. Die 'Ndrangheta sei eine der mächtigsten verbrecherischen Vereinigungen der Welt. Sie kontrolliere den Großteil des europäischen Kokainhandels, hieß es.


Weitere Links:


Europol über Mafia-Clans; 'Ndrangheta S. 3, 7, 10 



Aktion «Pollino»: Ein Ausrufezeichen gegen die Mafia

Die Europäische Justizbehörde Eurojust koordinierte die internationale Aktion unter dem Decknamen «Pollino»: So heißt der italienische Nationalpark, in dem der Schmutzgeier heimisch ist, in dessen Nähe sich aber auch die Wiege der 'Ndrangheta befindet.

Die steht im Verdacht, einen Großteil des weltweiten Kokainhandels abzuwickeln - zumindest die großen Mengen. Vor Ort überlässt man das Geschäft gerne Clans oder Rockergruppen, berichtet Autor David Schraven, der im vergangenen Jahr ein Buch zur «Mafia in Deutschland» veröffentlicht hat. Die 'Ndrangheta habe es geschafft, ihre Machenschaften zu dezentralisieren, sich aber weiterhin gemeinsam zu bewegen, sagen die Ermittler in Rom. Die 'Ndrangheta sei mittlerweile siebensprachig und extrem anpassungsfähig.

«Wenn es große Geschäfte gibt, ist die 'Ndrangheta dabei. Und wenn die 'Ndrangheta dabei ist, ist nicht zu spaßen», sagt Alessandro Barbera von der italienischen Finanzpolizei.

Deutschland gilt als Geldwäscheparadies

Vermögen der 'Ndrangheta sei wohl gezielt und reichlich in den deutschen Immobilienmarkt geflossen, hatte die Bundesregierung im Juni berichtet. Im vergangenen Jahr hatte der Gesetzgeber nach langem Zögern reagiert und die Möglichkeiten verbessert, illegal erworbenes Vermögen zu beschlagnahmen. Das wird in Italien am Mittwoch gelobt. Und es könnte dem mutmaßlichen Mafioso aus Pulheim nun zum Verhängnis werden, sollte er sein Motorrad zurückverlangen.

Die kalabrische 'Ndrangheta gilt als die inzwischen weltweit mächtigste italienische Mafia-Organisation. In Italien sei sie «die Gefahr Nummer eins», sagt der italienische Staatsanwalt Giovanni Bombardieri. Experten beziffern den Umsatz mit kriminellen Geschäften auf 50 bis 100 Milliarden Euro im Jahr. Nach Angaben der US-Bundespolizei FBI hat die 'Ndrangheta weltweit etwa 6.000 Mitglieder in 160 miteinander verbundenen Familien-Clans.

Lange wurde bezweifelt, dass Deutschland mehr ist als Drogenabsatzmarkt und Rückzugsgebiet für Mafiosi, denen es in ihrer Heimat zu brenzlig geworden ist. 2007 verstummten die Zweifler, als in Duisburg vor dem Restaurant «Da Bruno» sechs Menschen im Kugelhagel starben. Auch dahinter steckte die 'Ndrangheta, wie schnell klar war.

Die Fehde zweier Mafia-Familien hatte in Duisburg einen blutigen Höhepunkt erreicht. Ein Streit zwischen dem Pelle-Vottari-Clan und dem Strangio-Nirta-Clan war der Auslöser. Das Blutbad war zugleich eine Art Betriebsunfall für die Mafia, die sonst sehr darauf achtet, unsichtbar zu bleiben, weil das besser für das Geschäft ist.

Seit langem warnen Ermittler in Italien davor, dass die 'Ndrangheta ein außerordentlich wichtiges Standbein in Deutschland gebildet hat. Im Sommer erklärte die nationale Anti-Mafia-Behörde, dass die kalabrische Mafia in Deutschland ähnliche Strukturen aufgebaut habe wie in ihrer Heimat. Was auch bedeutet, dass Politik und Wirtschaft akut gefährdet sind, von der Mafia infiltriert zu werden.

«Die Clans gehen dahin, wo sie annehmen, dass es am wenigsten Widerstand von Seiten der Justiz gibt», sagte Anti-Mafia-Staatsanwalt Federico Cafiero De Raho. In Ländern wir Deutschland wüssten sie, dass sie ihre kriminellen Aktivitäten ohne «übermäßige Kontrolle» ausüben könnten. In Italien dagegen seien viele Gesichter bekannt.

Der Aktion am Mittwoch gingen aufwendige Ermittlungen der Behörden voran. Eine große Rolle hätten dabei Kokainfunde in Pferdetransportern gespielt, heißt es. Deswegen stand die Aktion in Deutschland unter einem eigenen Codewort: «Falabella» - so heißen Miniponys aus Argentinien.

In Italien richteten sich die Augen am Mittwoch vor allem auf die Region Kalabrien. Die Operation galt Mitgliedern bekannter Clans im Herzen der Region. Aus dieser Gegend stammen auch die Mafia-Mörder von Duisburg. (dpa)

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Update der Polizei - Stand: 05.12.2018, 13.41 Uhr 

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Ein sichergestelltes Kurierfahrzeug der Mafia mit eingebautem Versteck unter den Rücksitzen. 

Foto:

Silas Stein/dpa

In einem bei der Polizei Köln geführten Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Köln, unter anderem wegen des Verdachts des bandenmäßigen Kokainhandels sowie einem parallelen Betrugsverfahren der Staatsanwaltschaft Aachen mit Schäden in Millionenhöhe sind heute gegen 6 Uhr zahlreiche Festnahmen und Durchsuchungen in mehreren Bundesländern sowie in Belgien und Spanien erfolgt. Der Schwerpunkt dieser Maßnahmen lag dabei in Nordrhein-Westfalen, insbesondere in Köln.

Bereits seit März 2016 hatte die Ermittlungskommission (EK) "Falabella", angesiedelt beim Kölner Kriminalkommissariat 23 als Fachdienststelle zur Bekämpfung der italienischen Organisierten Kriminalität, verdeckt gegen eine Gruppe von Beschuldigten ermittelt.

Das Verfahren richtet sich gegen italienische und deutsche Staatsangehörige (33 - 68 Jahre). Haupttatverdächtig ist ein italienischer Restaurantbetreiber (45) aus dem Rhein-Erft-Kreis.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war die seinerzeitige Sicherstellung von 80 Kilo Kokain in einem speziell präparierten Pferdetransporter im Fährhafen Harwich/GB. Den Tatverdächtigen werden bisher mindestens 23 solcher Transporte von jeweils 80 Kilo Kokain aus den Niederlanden nach England zur Last gelegt.

   Darüber hinaus hatte ein Teil der Beschuldigten ein bundesweites Firmengeflecht mit Auslandsbezügen aufgebaut. Über Strohleute sollen sie IT, Kommunikationsmittel, Fahrzeuge und Büroeinrichtung erworben haben. In dem Zeitraum seit Ende 2017 stellten die Ermittler 166 Betrugsfälle mit einem Schadensvolumen von mindestens 1,3 Millionen Euro fest.

Schlagartig durchsuchten die Fahnder heute insgesamt 23 Objekte in Nordrhein-Westfalen (Köln, Leverkusen, Aachen, Rhein-Erft-Kreis, Ennepe-Ruhr-Kreis, Düren, Heinsberg, Rhein-Kreis Neuss und Recklinghausen), vier Objekte in Berlin, vier weitere in Thüringen (Gera, Altenburg), zwei Objekte im belgischen Verviers und zwei Objekte in Spanien (Mallorca) nach Beschuldigten und Beweismitteln.

Darüber hinaus vollstreckten die Ermittler Vermögensarreste in Millionenhöhe. Sieben Tatverdächtige wurden in Nordrhein-Westfalen und Berlin festgenommen, nachdem im Vorfeld richterliche Haftbefehle gegen sie erwirkt worden waren.

 Die weiterhin andauernden Ermittlungen der EK Falabella stehen im engen Zusammenhang mit seit August 2016 konzertiert betriebenen Ermittlungen deutscher, italienischer, niederländischer und belgischer Behörden gegen Mitglieder eines Mafiaclans aus San Luca/Kalabrien wegen des Verdachts des Kokainhandels im Tonnenbereich. Nach Erkenntnissen der italienischen Sicherheitsbehörden ist dieser Clan der `Ndrangheta zuzurechnen.

Ermittelt wird in diesem Zusammenhang auch wegen des Verdachts des Verrats von Dienstgeheimnissen gegen mehrere Bedienstete unterschiedlicher Behörden.

Parallel zu den hiesigen Maßnahmen fanden vor dem Gesamthintergrund heute europaweite Festnahme- und Durchsuchungsmaßnahmen statt. Für Deutschland sind dabei die Staatsanwaltschaft Duisburg und das Bundeskriminalamt federführend. 

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Razzia: Das ist am 5. Dezember 2018, Vormittag passiert

Bei der großangelegten Razzia gegen die italienische Mafia hat die Polizei einen der mutmaßlichen Haupttäter in Nordrhein-Westfalen verhaftet. Der 45 Jahre alte Gastwirt sei am frühen Morgen in Pulheim-Geyen von den Ermittlern aus dem Schlaf gerissen worden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Der Besitzer einer Osteria werde der Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation beschuldigt, außerdem soll er beteiligt gewesen sein an «Kokainhandel in sehr, sehr umfangreichem Maße».

49 Razzia Pulheim 2

Polizisten verlassen das Wohnhaus eines Italieners in Pulheim: Bei den großangelegten Razzien waren 440 Beamte beteiligt.

Foto:

Oliver Berg/dpa

Ermittler gingen in den Morgenstunden in Deutschland, Italien, den Niederlanden und Belgien gegen Mitglieder der italienischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta vor. Schwerpunkte der Aktion waren das Rheinland und das Ruhrgebiet sowie Bayern. Neben dem Gastwirt wurden auch mehrere andere mutmaßliche 'Ndrangheta-Mitglieder festgenommen, es gab zahlreiche Durchsuchungen, wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden mitteilte.

Die kalabrische 'Ndrangheta gilt inzwischen als die mächtigste italienische Mafia-Organisation. Sie dominiert den Drogenschmuggel nach Europa und ist auch in Deutschland aktiv. (dpa)

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Mitarbeiter eines Abschleppdienstes verladen vor dem Wohnhaus eines Italieners ein Motorrad.

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Oliver Berg/dpa

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  1. Gastwirt aus Pulheim wohl einer der Haupttäter
  2. Aktion «Pollino»: Ein Ausrufezeichen gegen die Mafia
  3. Update der Polizei - Stand: 05.12.2018, 13.41 Uhr 
  4. Razzia: Das ist am 5. Dezember 2018, Vormittag passiert
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