26.03.2019
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Fünf Verletzte: Tornado in der Eifel - In Roetgen beginnt das große Aufräumen

Umgestürzte Bäume liegen vor einem Haus in Roetgen. Foto: Ralf Roeger

Umgestürzte Bäume liegen vor einem Haus in Roetgen. Foto: Ralf Roeger

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dpa

Roetgen -

Abgedeckte Dächer, beschädigte Häuser, umgeknickte Laternen, umgestürzte Bäume und unzählige herumgewirbelte Gegenstände - es ist ein Bild der Verwüstung, das den Eifelort Roetgen kennzeichnet. Am Mittwochnachmittag hat hier ein Tornado gewütet. Am Morgen danach beginnt das große Aufräumen und Reparieren. Und es zeigt sich: Es wurden mehr Menschen verletzt, als zunächst angenommen.

Am Tag nach dem Tornado wird für die Einsatzkräfte erst das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar: „Fünf Menschen sind leicht verletzt worden, vier von ihnen wurden im Krankenhaus behandelt”, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Am Mittwoch hatten die Einsatzkräfte zunächst von einem Verletzten berichtet. Außerdem wurden nach Angaben der Feuerwehr bis zu 40 Häuser beschädigt, zehn davon seien derzeit unbewohnbar. Zunächst war von 30 betroffenen Häusern die Rede gewesen.

Deutsche Wetterdienst bestätigt: es war ein Tornado

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte, dass es sich bei dem starken Unwetter in der Gemeinde mit rund 8500 Einwohnern um einen Tornado gehandelt hat. „Solche Windhosen sind zwar selten, können aber immer mal wieder aufkommen – selbst in Mitteldeutschland”, sagte eine DWD-Sprecherin am Donnerstag.

Am Vormittag setzten rund 350 Einsatzkräfte die Aufräum- und Reparaturarbeiten fort. „Das ganze Ausmaß der Schäden wird jetzt erst deutlich. Aber hier hat jeder Roetgener geholfen, das war wirklich toll”, sagte der Feuerwehrsprecher weiter. Viele Bewohner der beschädigten Häuser seien bei Bekannten untergekommen. 

Tornado ist "durchgefegt, kurz und heftig!"

Der Tornado hatte in dem Ort an der Grenze zu Belgien Dächer abgedeckt. Zwei Häuser hätten kein Obergeschoss mehr, sagte ein Sprecher der Feuerwehr-Einsatzleitung. «Er ist durchgefegt, kurz und heftig», beschrieb der Sprecher die Windhose. Schäden gebe es relativ konzentriert an zwei Straßen. Auch im Umland seien aber Bäume umgefallen. Durch umherfliegende Teile wurden Autos beschädigt.

In der Grundschule in Roetgen war am Mittwochabend eine Betreuungsstelle eingerichtet worden. Die Feuerwehr schätzte, dass etwa 30 Menschen vorübergehend eine andere Unterkunft brauchten. Viele Menschen seien aber für die Nacht bei Bekannten untergekommen, berichtete Bürgermeister Jorma Klauss (SPD). Außerdem habe ein Roetgener Hotelier für die Betroffenen kostenlos seine Zimmer angeboten. (red/dpa)