19.04.2019
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ADFC Fahrradklimatest: Bonn verliert weitere Plätze im Vergleich zu den Vorjahren

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Das Fahrradleihsystem ist nach Ansicht der Bonner Radfahrer einer der wenigen positiven Entwicklungen.

Foto:

Michael Thelen

Bonn/Region -

Platz 26 von 39 – so knapp und ernüchternd lässt sich das Ergebnis des jüngsten Fahrradklimatests des ADFC zusammenfassen. In den 39 Großstädten NRWs (ab 200.000 Einwohner) gaben die Bonner Fahrradfahrer im Schnitt nur die Schulnote 4,22. Damit hat sich die Bundesstadt im Vergleich zum Vorjahr minimal verschlechtert und landet auf der Position 26. Stärkeres Abrutschen habe das im Herbst 2018 eingeführte Fahrradleihsystem verhindert, das mit seinen rund 900 Leihrädern mittlerweile das Straßenbild mitprägt, so ADFC-Pressesprecher Axel Mörer: „Wirklich positiv bewertet wird in Bonn nur die großflächige Öffnung von Einbahnstraßen (2,4). Mit befriedigend werden nur wenige Punkte wie Wegweisung, Fahrradklima, Leihradsystem und die Erreichbarkeit der Innenstadt bewertet. Alles andere schwankt zwischen vier und vier minus. In drei Kriterien hat sich Bonn erstmals eine Fünf eingehandelt, nämlich für die Führung an Baustellen, die mangelnde Breite der Radwege und Radstreifen sowie die mangelhafte Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen. Der weiter wachsende Fahrraddiebstahl und die mangelhafte Aufklärungsrate der Bonner Polizei wird mit 4,9 ebenfalls als miserabel bewertet.“

Insgesamt urteilt Mörer: „Bonn ist mit seinem Ziel, bis 2020 Fahrradhauptstadt in NRW zu werden, krachend gescheitert.“ ADFC-Vorsitzende Annette Quaedvlieg bestätigt: „Das ist ein wirklich blamables Ergebnis für die Stadt Bonn“. „Die Bonner Politik bekommt jetzt die Quittung dafür, dass sie nur Sonntagsreden hält und keinen Mumm hat, wirklich eine Verkehrswende einzuleiten. Für eine UN-Stadt, die auf Nachhaltigkeit setzt, ist das ein Armutszeugnis“, so Quaedvlieg.

Schwach ist auch das Ergebnis der 14 Städte und Gemeinden aus dem Rhein-Sieg-Kreis. „Die Hoffnung, dass sich die Talfahrt des Kreises durch den Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte, Kreise und Gemeinden stoppen oder sogar umkehren lässt, hat sich bisher leider nicht erfüllt“, bedauert Peter Lorscheid, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC im Rhein-Sieg-Kreis. Fast 2100 Radfahrer haben das Fahrradklima in der Region bewertet. Nur Meckenheim, das seit Jahrzehnten gezielt den Radverkehr fördert und über ein durchgehenden Radverkehrsnetz verfügt, hat mit der Note 2,96 ein auch im bundesweiten Vergleich gutes Ergebnis erreicht und landet damit auf Rang 4 der bundesweit 311 Städte zwischen 20.000 und 50.000 Einwohnern.

Ganz schlimm sieht es im bundesweiten Ranking der 331 Städte zwischen 20.000 und 50.000 Einwohnern aus. Neben Meckenheim auf Rang 4 schaffen nur noch Lohmar auf Platz 75 (Note 3,66) und Niederkassel auf Platz 147 (Note 3,87) akzeptable Ergebnisse. Mit Bornheim, Königswinter, Rheinbach und Bad Honnef liegen dagegen vier Städte des Rhein-Sieg-Kreises mit Noten von 4,5 unter den letzten 20.