24.03.2019
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Frauenhaus: Praktische Hilfe, Schutz und Sicherheit für weibliche Opfer von Gewalt

Das Team des Autonomen Frauenhauses Bonn.

Das Team des Autonomen Frauenhauses Bonn.

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Bonn -

(we) Das Autonome Frauenhaus des Vereins „Frauen helfen Frauen“ in Bonn besteht am 01. März 2019 seit 40 Jahren. Ziel ist es nach wie vor wie seit den Gründungstagen, Frauen und deren Kindern Schutz und Sicherheit vor gewalttätigen Männern zu bieten. „Wir kennen die rechtlichen Gegebenheiten genau, können die Frauen beraten. Danebengibt es aber auch Wohnraum für 22 Personen. Für traumatisierte Frauen bieten wir einen Vermittlungsservice zu Fachfrauen, damit sie wieder auf die Beine kommen“, erzählt Eva Risse, eine Mitarbeiterin der ersten Stunde.

„Es hat sich schon viel verändert“, meint sie. „Heute ist die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit viel größer. Früher hat die Stadt Bonn noch offiziell gesagt „Bonner Beamte schlagen ihre Frauen nicht.“ Die Zahlen steigen trotzdem. Warum? „Sicher auch aufgrund der sozialen Netzwerke. Und die Frauen sind mutiger geworden.“ Es geht also zunächst um praktische Hilfe. Zuschüsse von Stadt und Land machen es möglich, dass die Frauen gegen eine geringe Übernachtungsgebühr im Frauenhaus wohnen können. Natürlich mit Platzproblemen. „Wir müssen jährlich mehr als 400 Frauen abweisen, weil wir keinen Platz haben.“

Die Gewalt sei lediglich die Spitze des Eisbergs von gesellschaftlichen Fehlentwicklungen. „Und da ist die Lage ein Flickenteppich. „Es gibt kein durchgängiges Konzept gegen Gewalt“, meint auch Maria Bobinger, eine weitere Mitarbeiterin. Es wäre in der Tat vermessen, würde man die gesellschaftliche Entwicklung, die bei der Kindererziehung das Durchsetzungsvermögen gegenüber Anderen betont, den Frauenhäusern aufbürden. Während Kinder heute Ninja spielen und die Helden ihrer Fantasie aus Brutalitäten ableiten, ist das zwar sicher ein gravierendes strukturelles Problem, aber keines, was ein Frauenhaus lösen könnte. Hier geht es also vor allem um die praktischen Hilfen.

3292 Frauen und 2445 Kinder dieser Frauen haben in den letzten 40 Jahren einen Neuanfang im Frauenhaus begonnen. Sie können solange bleiben, wie sie brauchen, um mit genügend Selbstbewusstsein ein neues Leben anzufangen. Aufgenommen werden volljährige Frauen jeden Alters. In Bonn gibt es zwei Frauenhäuser. Das autonome und eines des Vereins „Hilfe für Frauen“. Das sind insgesamt rund 40 Plätze, 82 aber würden gebraucht. Gebracht hat nach Einschätzung des Frauenhaus-Teams die „Istanbuler Konvention“ etwas. Die enthält Standards, die europaweit einzuhalten sind für die Prävention gegen Gewalt und den Schutz der Frauen.

Spenden sind herzlich willkommen und auch notwendig. Wer Hilfe sucht, findet alle notwendigen Kontakte im Internet. Die Adressen von Frauenhäusern bleiben in Bonn verborgen. „Wir hatten schon mal einen Mann, der mit einer Waffe vor einem Frauenhaus aufgetaucht ist“, sagt Eva Risse.