22.05.2019
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Hobby: Fotografie: Die Magie zwischen Blende und Belichtungsdauer

Prof. Hans-Martin Schmidt.

Prof. Hans-Martin Schmidt.

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Bonn -

Professor Hans-Martin Schmidt ist emeritierter Hochschullehrer für Anatomie bei der Uni Bonn. Über Bremerhaven und Würzburg führte sein Weg an die hiesige Uni, wo er von 1986 bis 2007 am Anatomischen Institut lehrte und forschte. Dazu ist er Mitbegründer und Ehrenvorsitzender des Bonner Spendenparlaments. Und er hat jahrzehntelange auf den richtigen Augenblick gewartet - wegen seiner Leidenschaft für das Fotografieren.

Ob das etwas mit seinem späteren Beruf zu tun hat? Sicher, die Präzision, die Beobachtungsgabe, kurz das Auge des Anatomen ist auch für einen Fotografen unabdingbar, will der Fotos fertigen, die nicht alltäglich sind. Und natürlich die Genauigkeit des Forschers, der exakt wissen will, wie ein Körperteil funktioniert. Folgerichtig hat Prof. Hans-Martin Schmidt nicht nur einige Anatom-Lehrbücher und dabei ein Standardwerk mitverfasst und ist beruflich hoch dekoriert, er hatte zudem auch etliche Fotoausstellungen.

Angefangen hat alles in Bremerhaven, wo seine Eltern, beides Fotografen und die Mutter sogar professionelle Bildgestalterin, ihm das Fotografieren beibrachten. Das ist ja eigentlich ganz einfach: Man überlegt, welche Belichtungszeit man haben will, entscheidet sich dafür, wieviel Licht die Linse durchlassen soll, kümmert sich um ein scharfes Abbild der Wirklichkeit abhängig von der Entfernung zum Objekt. Und dann drückt man irgendeinen Knopf. Nur, woher kommt dann die Magie, das Besondere?

„Ich habe mir das Fotografieren mit Hilfe meiner Eltern selbst beigebracht“, erzählt Prof. Hans-Martin Schmidt. „Ich konnte einen Raum nutzen, den ich stundenweise als Dunkelkammer nutzen konnte.“ Von da an bis heute hat ihn die Foto-Leidenschaft nicht losgelassen.

„Es begann mit einer Agfa Box, einer Rollfilm-Kamera. Da war ich 12. Es folgen die Kodak Retinette, eine Edixa-Mat Reflex, meine erste Spiegelreflex-Kamera. Und dann habe ich das erste Mal durch den Sucher einer Nikon geschaut. Seitdem fotografiere ich mit Nikon. Erst mit der F 2 in den 70ern, dann hatte ich die F 4, die D 200 und die D 700. Letztgenannte nutze ich immer noch. Zusätzlich habe ich noch eine kleine Coolpix P 7800.“

Gemäß der klassischen Fotografenweisheit, dass es nicht auf die Kamera, sondern auf den Fotografen ankommt, will man gute Bilder haben, denkt Prof. Hans-Martin Schmidt nicht im Traum daran, die neuesten Hightech-Produkte zu verwenden. „Nein, die sind mir zu teuer“, sagt er. Und: „Man fotografiert ja mit seinem Hirn.“ Dem ist es gleich, welchen Markennamen die Kamera trägt. Und welche Raffinessen das allerneueste Modell mitbringt. Das Fotografieren ist lange erfunden. Nicht aber, mit welche Qualität man sein Motiv zu einem Foto umsetzt.

Prof. Hans-Martin Schmidt hat alle Sujets fotografiert. „Meine Pflanzen zum Beispiel finde ich im Garten. Oder bei Wanderungen am Wegesrand.“ Die Aufnahmen werden oft per Dia-Leuchtrahmen vervollkommnet. Bildbearbeitungs-Programme kommen in seinem Vokabular bis auf wenige Ausnahmen grundsätzlich nicht vor. Weil ein bearbeitetes Bild zwar ein Bild, aber kein Foto ist.

Also heißt fotografieren, nach den Regeln der Physik zu arbeiten, Echtes, Wirkliches abzubilden. Nicht etwa, mit allen erdenklichen digitalen Tricks Fake News zu produzieren und Dinge zu fotografieren, die es gar nicht gibt. Das auf diesem Wege etwas Magisches entsteht, was trotz der kühlen und sachlichen Foto-Digitaltechnik das ausstrahlt, was analog Funktionierende mit Gefühl und Authentizität beschreiben, belegen zuallererst die Pflanzenaufnahmen von Hans-Martin Schmidt. Er gehört einer Bonner Fotogruppe an, die aus einem früheren VHS-Kurs hervorgegangen ist. Dort sitzen sie jeden zweiten Donnerstag zusammen und versuchen ihn einzufangen, den Augenblick. Den Moment, der aus Papier Magie entstehen lässt.


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