19.06.2019
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A1-Forum in Nettersheim: Lückenschluss statt Sackgasse

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (5.v.l.), die Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, Michael F. Bayer (5.v.r.), und der IHK Trier, Dr. Jan Gloackauer (3.v.r.), Professor Stephan Wimmers (Geschäftsführer IHK Bonn/Rhein-Sieg), Ralf Woelk (Regionsgeschäftsführer DGB NRW Süd-West), Wolfgang Baumeister (l., IHK Mittlerer Niederrhein), Dr. Holger Bentz (4.v.l, IHK Koblenz) sowie Heinz-Peter Thiel (2.v.r.) von der Zukunftsinitiative Eifel, freuten sich über den Startschuss der „Initiative A1-Lückenschluss“ im Rahmen des A1-Forums.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (5.v.l.), die Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, Michael F. Bayer (5.v.r.), und der IHK Trier, Dr. Jan Gloackauer (3.v.r.), Professor Stephan Wimmers (Geschäftsführer IHK Bonn/Rhein-Sieg), Ralf Woelk (Regionsgeschäftsführer DGB NRW Süd-West), Wolfgang Baumeister (l., IHK Mittlerer Niederrhein), Dr. Holger Bentz (4.v.l, IHK Koblenz) sowie Heinz-Peter Thiel (2.v.r.) von der Zukunftsinitiative Eifel, freuten sich über den Startschuss der „Initiative A1-Lückenschluss“ im Rahmen des A1-Forums.

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Nettersheim/Eifel -

(pp). Die Redner beim A1-Forum in Nettersheim waren sich einig: Die fehlenden 25 Kilometer auf der Autobahn 1 zwischen Blankenheim und Kelberg sind eine Belastung. Spediteure kostet der Umweg über die Dörfer bares Geld. Anwohner stören sich am erhöhten Verkehrsaufkommen in Ortschaften durch den Schwerlastverkehr.

Einigkeit herrschte aber auch darüber, dass der Lückenschluss besser jetzt als noch später vollzogen wird. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst ist sogar der Meinung, dass es dem Demokratieverständnis schade, wenn legitimierte Prozesse so lange dauern. „Das geht auch schneller“, ist Wüsts Meinung, die er im Naturzentrum Nettersheim vor rund 120 Zuschauern, ein Großteil aus den Bereichen Politik und Wirtschaft, äußerte. „Ich bin als Rechtsanwalt nicht für lange Rechtsstreite gewählt worden, sondern fürs Machen.“ Dr. Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der IHK Trier, stimmte ihm zu: „Es muss uns endlich gelingen, das Projekt zu beenden, denn wir müssen immer noch die Frage beantworten, wann die Sackgasse in der Eifel ein Ende hat.“

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Die Resonanz auf der A1-Forum im Naturzentrum Nettersheim war groß: Etwa 120 Gäste, vornehmlich aus Politik und Wirtschaft, wollten wissen, wie der aktuelle Sachstand beim A1-Lückenschluss ist. 

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Wüst verschwieg auch nicht, dass die Verzögerung in der Vergangenheit nicht nur auf das Haselhuhn-Vorkommen auf der ursprünglich geplanten Trasse zurückzuführen sei, sondern auch hausgemacht sei. Die beiden Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz waren sich nicht einig. Selbst innerhalb des NRW-Verkehrsministeriums gab es unterschiedliche Positionen.

„Hier in Nettersheim schauen wir natürlich auf die regionale Bedeutung. Aber der Lückenschluss bedeutet auch die direkte Verbindung zwischen Hamburg und Marseille“, so Wüst weiter. Dass auf dieser Trasse 25 Kilometer fehlten, sei beschämend. „Dadurch wird eine Region abgeschnitten.“ Wüst ist sich sicher, dass nun die optimale Trassenführung gefunden wurde.

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NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst machte in seinen Ausführungen die Position der Landesregierung zum A1-Lückenschluss deutlich. 

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Und obwohl der Bund sagen würde „Auch wenn es jetzt 60 Millionen Euro mehr kostet, mach‘ halt fertig“, dauere es noch ein paar Jahre, bis gebaut werden könne. Die Vorplanung werde Ende des Jahres abgeschlossen, bis zur Erstellung des Vorentwurfs dauere es weitere zweieinhalb Jahre. „Wenn alles klappt, sind wir 2023 im Planfeststellungsverfahren. Das ist keine Raketengeschwindigkeit“, weiß Wüst.

Dass der NRW-Verkehrsminister mit seinen Ausführungen richtig lag, bestätigte Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, in seiner Begrüßung. „Den erfolgreichen Strukturwandel in der Eifel wird es ohne den Lückenschluss nicht geben.“ In einer Talkrunde führte Vulkaneifel-Landrat Heinz-Peter Thiel, Kuratoriumsmitglied der Zukunftsinitiative Eifel, ebenfalls klar aus, wie sehr die Eifel den Lückenschluss benötigt: „Wir brauchen Infrastruktur, wir brauchen Gewerbeflächen.“ Auch die fehlenden 25 Kilometer hätten zum Fachkräftemangel in der Eifel beigetragen, denn eine Autobahnnähe sei ein wichtiger Standortfaktor.

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Meinungen zum A1-Lückenschluss wurden in einer Talkrunde kundgetan (v.l.): Heinz-Peter Thiel (Kuratoriumsmitglied Zukunftsinitiative Eifel), Klaus Voussem (NRW-Landtagsabgeordneter), Kirsten Jahn (Geschäftsführerin Metropolregion Rheinland), Moderator Dr. Gunter Schaible, Unternehmer Peter Greven, Hermann-Josef Droege (stv. Hauptgeschäftsführer IHK Siegen) und Klaus Noll (Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz). 

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Dem stimmten der Unternehmer Peter Greven aus Bad Münstereifel auf dem Podium sowie ein im Publikum sitzender Spediteur zu. Letzterer rechnete vor, dass die Umfahrung des Lückenschlusses seine Firma pro Tag mit 2400 Euro zu Buche schlägt. Für das Unternehmen Greven ist der Lückenschluss eine Behinderung auf der Hauptverkehrsachse in Richtung Frankreich und Spanien. „Was mich stört: Es fehlt eine vernünftige Abwägung“, so Greven.

Was damit gemeint ist, sprach der der Euskirchener NRW-Landtagsabgeordnete Klaus Voussem an. Er versteht nämlich die Bedenken der Lückenschluss-Gegner, die beim A1-Forum anwesend waren und für die der Umwelt- und Naturschutz gegen den Bau der 25 Kilometer langen Trasse spreche, „aber wir sind weit weg davon, unsere Heimat zu zerstören.“ Lösungen finde man „nicht konfrontativ, sondern nur miteinander“. Deshalb würden „80 bis 90 Prozent der Bevölkerung im Kreis Euskirchen“ den Lückenschluss befürworten.

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Freuten sich, NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (3.v.l.) in Nettersheim begrüßen zu dürfen (v.r.): Vulkaneifel-Landrat Heinz-Peter Thiel, Dr. Jan Glockauer (Hauptgeschäftsführer IHK Trier), Michael F. Bayer (Hauptgeschäftsführer IHK Aachen), Dr. Holger Bentz (IHK Koblenz) und Wolfgang Baumeister (IHK Mittlerer Niederrhein). 

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Moderator Dr. Gunter Schaible, Geschäftsführer der IHK Aachen, verglich die derzeitige Situation des Autobahnendes mit einem Trichter. „Oben geht alles rein, irgendwann verteilt es sich.“ Die Bundesstraße 51 sei nicht für den Autobahnverkehr ausgelegt.

Während Kirsten Jahn, Geschäftsführerin der Metropolregion Rheinland, die Bedeutung des Lückenschlusses aus ihrer Sicht vorstellte, brachte Hermann-Josef Droege von der IHK Siegen das Beispiel vom sechsspurigen Ausbau der A45 ein, der ebenfalls kontrovers diskutiert worden war. Sein Tipp: Die Menschen müssten stets mitgenommen werden.

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Vor dem Naturzentrum Nettersheim hatten sich während des A1-Forums Gegner des Lückenschlusses positioniert. 

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Das haben Politik und Wirtschaft auch erkannt. Aus diesem Grund ging beim A1-Forum die „Initiative A1-Lückenschluss“ an den Start. „Die Akzeptanz für unser Vorhaben ist ein entscheidender Faktor“, gab Michael F. Bayer an. In der Initiative werden die Kräfte gebündelt, damit gemeinsam gehandelt werden kann. Gleichzeitig fungiert die Initiative als Startschuss. „Wir freuen uns über viele Unterstützer“, so Bayer.