21.05.2019
Die Wochenzeitungen im Rheinland - die meisten svazhie Nachrichten, Sortierung nach Datum

Kindertagespflege: Alternative zur klassischen Kindertagesstätte

Sie informierten über den bald beginnenden Lehrgang zur Tagespflegeperson (hinten, v.l.): Reinhild Heuer, Sarah Ickes, Martina Hilger-Mommer und Marion Oberheiden sowie (vorne) Tanja Möllengraf mit drei von ihr betreuten Kindern.

Sie informierten über den bald beginnenden Lehrgang zur Tagespflegeperson (hinten, v.l.): Reinhild Heuer, Sarah Ickes, Martina Hilger-Mommer und Marion Oberheiden sowie (vorne) Tanja Möllengraf mit drei von ihr betreuten Kindern.

Foto:

W. Andres / Kreisverwaltung

Kreis Euskirchen -

(bp). „Ich habe meinen Traumberuf gefunden!“ Tanja Möllengraf strahlt übers ganze Gesicht, wenn sie von ihrer Arbeit als Tagespflegemutter spricht. Vier Kinder betreut sie Tag für Tag in ihrem Haus in Mechernich. Sie spielt mit ihnen, stöbert mit ihnen in Bilderbüchern, singt mit ihnen und betreut und versorgt sie mit allem, was dazugehört. Tanja Möllengraf ist Tagesmutter mit Leib und Seele.

Etwa einhundert solcher Tagespflegemütter und -väter (2) gibt es derzeit im Kreis Euskirchen. Sie betreuen 363 Kinder in kleinen Gruppen, davon die große Mehrzahl im Alter bis zu drei Jahren (272). „Die Kindertagespflege ist der Kita im U3-Bereich völlig gleichgestellt“, betont Martina Hilger-Mommer, die beim Kreis Euskirchen unter anderem für diesen Bereich zuständig ist. „Die Kindertagespflege ist ein wichtiger Baustein, insbesondere bei den ganz Kleinen und auch in den Randzeiten am frühen Morgen und am Abend.“

Die Nachfrage nach dieser Art der „Betreuung in der Großfamilie“ wächst kontinuierlich, und zwar kreisweit. Reinhild Heuer vom „Haus der Familie“: „Kleine Gruppen wie bei den Tagespflegeeltern sind gerade für viele Kleinkinder sehr gut geeignet - entsprechend groß ist die Nachfrage.“

Deshalb bietet das Haus der Familie jetzt wieder eine berufliche Qualifizierung für Tagespflegepersonen an. „Denn Tagespflege ist viel mehr als nur Kinder verwahren“, so Martina Hilger-Mommer. „Betreuung bedeutet für uns Bildung. Wir verlangen von den Tagespflegepersonen eine entsprechende Ausbildung und erwarten die Bereitschaft zu regelmäßiger Fortbildung.“

Für die Koordination der Kindertagespflege ist im Kreis Euskirchen der Kinderschutzbund zuständig. Dazu deren Koordinatorin Sarah Ickes: „Wir beraten und begleiten die Tagespflegepersonen. Wir unterstützen sie auch vor Ort und geben Tipps, wie etwa die Wohnräume gestaltet sein sollten.“

Der Lehrgang im „Haus der Familie“ beginnt im März und umfasst 160 Unterrichtsstunden. Auf dem Stundenplan stehen so unterschiedliche Themen wie „Aufgaben und Alltag der Tagesmutter“, „Ernährung in der Tagespflege“ und „Rechtliche Grundlagen“, wie Fortbildungsreferentin Marion Oberheiden erläutert. Sie ist auch verantwortlich für einen Großteil der 160 Stunden umfassenden Ausbildung. Zum Abschluss erwartet die Teilnehmer nach erfolgreicher Prüfung mit der Bundesverbandslizenz ein Zertifikat, das bundesweit anerkannt wird.

„Dieser Lehrgang ist klasse“, blickt Tanja Möllengraf auf die Schulung zurück. Doch sie weiß auch zu schätzen, dass es im Nachhinein jährliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote sowie einen regelmäßigen Austausch mit anderen Tagesmüttern gibt. „Da wird niemand allein gelassen. Und dieser Austausch ist enorm wichtig, weil davon nicht nur die Pflegepersonen, sondern vor allem die Kinder profitieren.“