25.06.2019
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Unfallbilanz 2018: Ein Horrorjahr für den Verkehrsdienst

Wie bei diesem Horrorcrash kurz vor Weihnachten in Euskirchen, war es voriges Jahr in den meisten Fällen nicht angepasste Geschwindigkeit, die schwerwiegende Unfälle zur Folge hatte. Deshalb will die Kreispolizeibehörde Euskirchen auch in diesem Jahr wieder verstärkt gegen Raser vorgehen.

Wie bei diesem Horrorcrash kurz vor Weihnachten in Euskirchen, war es voriges Jahr in den meisten Fällen nicht angepasste Geschwindigkeit, die schwerwiegende Unfälle zur Folge hatte. Deshalb will die Kreispolizeibehörde Euskirchen auch in diesem Jahr wieder verstärkt gegen Raser vorgehen.

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Archiv/tor

Kreis Euskirchen -

Ende des vorigen Jahres, wenige Tage vor Weihnachten, kam es in Euskirchen zu einem folgenschweren Verkehrsunfall. Ein 45 Jahre alter Euskirchener befuhr mit seinem Sportwagen die Landstraße 194. Vermutlich wegen zu hoher Geschwindigkeit kam der Wagen auf der regennassen Fahrbahn ins Schleudern und kollidierte auf der Gegenfahrbahn mit einem Unimog. Der Fahrer des Sportwagens war sofort tot, sein Beifahrer, ein 27-jähriger Euskirchener, verstarb wenig später trotz notärztlicher Versorgung noch an der Unfallstelle.

Für die Verkehrsdirektion der Kreispolizeibehörde Euskirchen war dieser schlimme Unfall so etwas wie der traurige Höhepunkt und Abschluss eines absoluten Horrorjahres. Denn damit stieg die Zahl der Menschen, die im Jahr 2018 auf den Straßen des Kreises Euskirchen ihr Leben lassen mussten, auf 18 und damit auf ein Fünf-Jahres-Hoch. Tatsächlich sind sogar seit 2011 nicht mehr derart viele Menschen bei einem Verkehrsunfall im Kreis verstorben - damals waren es sogar 24 gewesen. Verglichen mit dem Jahr 2017 mit sechs Verkehrstoten hat sich die Zahl verdreifacht.

Auch darüber hinaus waren es alles andere als erfreuliche Zahlen, die Landrat Günter Rosenke als Leiter der Kreispolizeibehörde Euskirchen zusammen mit Polizei-Abteilungsleiter Harald Mertens, dem kommissarischen Direktionsleiter Verkehr, Thorsten Köpp, sowie dem Führungsstellenleiter der Direktion Verkehr, Tido Janssen, vorzustellen hatten. Denn auch bei den Unfallzahlen gab es in 2018 einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr - um 67 auf nun 6084 Verkehrsunfälle. Das entspricht einer Zunahme um 1,11 Prozent.

Nicht zuletzt ist auch die Zahl der verunglückten Personen in 2018 gestiegen - von 837 auf 846. Was jedoch auf die deutliche Zunahme an getöteten Verkehrsteilnehmern zurückzuführen ist, denn bei den schwerverletzten Personen gab es einen Rückgang von 2 auf 187 und bei den leichtverletzten von 1 auf 641 Personen.

Auch die so genannte Verunglücktenhäufigkeitszahl (VHZ) ist dem entsprechend voriges Jahr angestiegen. Sie gibt die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten und getöteten Personen pro 100.000 Einwohner an. Im Kreis Euskirchen lag sie in 2018 bei 440 (Vorjahr 438) und befindet sich damit fast im Einklang mit dem Landesdurchschnitt. Denn NRW-weit lag die VHZ in 2018 bei 439,49. Immerhin: im Jahr 2011 hatte die VHZ im Kreis Euskirchen noch bei 555 gelegen.

Vor allem die jungen Erwachsenen - gemeint ist die Altersgruppe von 18 bis 24 Jahre - und die Motorradfahrer bleiben weiterhin die am stärksten unfallbelasteten Verkehrsteilnehmer. Bei den jungen Erwachsenen gab es 2018 im Vergleich zu 2017 sechs getötete sowie jeweils neun schwer- und leichtverletzte Personen mehr. Bei den Motorradfahrern ist die Zahl der Getöteten um zwei und die Zahl der Schwerverletzten um elf gestiegen. Die Zahl der Leichtverletzten ist minimal gesunken (-2). Beide Personengruppen werden deshalb auch in diesem Jahr wieder ganz besonders im Fokus der Verkehrspolizei stehen.

Die meisten Verkehrsunfälle ereignen sich, weil Verkehrsteilnehmer die Abstandsregeln nicht einhalten. Aber auch das Abbiegen und Wenden sowie Vorfahrtsverletzungen gehörten in 2018 zu den Hauptunfallursachen. Und nicht zuletzt war, ist und bleibt die erhöhte Geschwindigkeit ein Thema - zumal sie die häufigste Ursache für Unfälle mit schwerwiegenden Folgen ist. Deshalb, so die Ankündigung, wird der Kontrolldruck auf Raser weiterhin hochgehalten, und auch in diesem Jahr sollen flächendeckend Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden.

Wie wichtig diese Kontrollen sind, zeigen die folgenden Beispiele: Am 25. Juni 2018 wurde ein Autofahrer auf der B56n bei Zülpich in einer Tempo-100-Zone mit 203 Stundenkilometern geblitzt. Ihm wurde ebenso ein dreimonatiges Fahrverbot auferlegt wie dem Autofahrer, der am 19. November 2018 auf der B266 bei Kall-Scheven mit 186 Stundenkilometern unterwegs war; erlaubt waren 70(!). „Wer so schnell fährt, nimmt die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer billigend in Kauf“, so Polizeidirektor Mertens.

Drastisch gestiegen ist auch die Zahl der Unfallfluchten - wenngleich es sich in den meisten Fällen „nur“ um Parkplatzrempler handelt. Um dagegen vorzugehen, hat die Polizei Euskirchen Ende des vorigen Jahres zusammen mit 72 Kooperationspartnern die Kampagne „Unfallflucht ist unfair“ gestartet. Plakate und Flyer sollen die Menschen für das Problem sensibilisieren und Zeugen so animiert werden, ihre Beobachtungen zu melden. Zumal Unfallflucht nicht nur „unfair“ ist, sondern auch eine Straftat und schlichtweg nicht lohnenswert: Denn im Kreis Euskirchen wird fast jeder zweite Fall von Unfallflucht aufgeklärt. Bei 44,7 Prozent lag die Aufklärungsquote im Jahr 2018 und damit etwas über dem Landesdurchschnitt (43,1 Prozent). Noch höher, nämlich 75 Prozent, betrug voriges Jahr die Aufklärungsquote bei Unfallfluchten mit Personenschaden.

Einen traurigen Rekord hat im vorigen Jahr ein 32 Jahre alter Autofahrer aus Belgien in Schleiden aufgestellt. Ein Tankwart hatte die Polizei gerufen, nachdem der Mann ohne zu zahlen davongefahren war. Als er von der Polizei angehalten wurde, saß er mit 3,34 Promille am Steuer.

Der Mann ist jedoch leider kein Einzelfall: Insgesamt verzeichnet die hiesige Polizei auch bei den Fahrten unter Alkoholeinfluss und/oder Drogeneinwirkung einen Anstieg von 267 auf 277.

Das Mobiltelefon beziehungsweise Smartphone nimmt nicht nur einen immer größer werdenden Raum im Alltag ein, nach Angaben der Polizei wird es auch immer häufiger während der Fahrt benutzt. Im Jahr 2018 wurden 1170 derartige Fälle von den Verkehrspolizisten im Kreis Euskirchen aufgenommen; das sind noch einmal 335 mehr als im Jahr zuvor. Kaum verwunderlich, dass die damit einher gehende Ablenkung von Autofahrern immer häufiger zu Unfällen führt. In 2019 werde man daher auch vermehrt der Blick auf die „missbräuchliche Nutzung von technischen Geräten“ und der damit verbundenen Ablenkung von Autofahrern richten, kündigte Thorsten Kööp an.

Doch die Polizei setzt nicht nur auf Kontrolle und Repression, sondern auch auf Vorbeugung und Aufklärung. So werden auch weiterhin Veranstaltungen angeboten wie der „Crash-Kurs NRW“, bei dem junge Fahrer drastisch mit Unfallfolgen konfrontiert werden. Damit erreicht die Polizei etwa 2000 Menschen pro Jahr. Zudem gibt es Verkehrssicherheitsarbeit in Kindergärten, Schulen, aber auch für Senioren und auch für Zuwanderer.

Es mangelt also nicht an Arbeit für den Verkehrsdienst der Kreispolizeibehörde Euskirchen. Und damit sich die Zahlen in diesem Jahr richtet Landrat Günter Rosenke einen Appell an alle Verkehrsteilnehmer: „Bitte fahren Sie langsamer und rücksichtsvoller!“


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