19.06.2019
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Verbraucherzentrale Euskirchen: Die Themen gehen nicht aus

Beate Fackeldey (l.) und Günter Rosenke unterschrieben die Vertragsverlängerung. Monika Schiffer erhält damit für die Verbraucherzentrale Euskirchen Planungssicherheit für die kommenden fünf Jahre.

Beate Fackeldey (l.) und Günter Rosenke unterschrieben die Vertragsverlängerung. Monika Schiffer erhält damit für die Verbraucherzentrale Euskirchen Planungssicherheit für die kommenden fünf Jahre.

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Petra Grebe

Kreis Euskirchen -

„Der Kreistag hat in seiner letzten Sitzung einstimmig entschieden, dass der Vertrag mit der Verbraucherzentrale verlängert wird.“ Dies verkündete Landrat Günter Rosenke während der Vorstellung des Jahresberichtes der Verbraucherzentrale Euskirchen für 2018. Damit sind die nächsten fünf Jahre für die Beratungsstelle gesichert.

Monika Schiffer, Leiterin der Euskirchener Beratungsstelle, sowie Beate Fackeldey, Regionalleiterin NRW, freuten sich über die frühe Zusage. In anderen Kommunen ziehe sich dies schon mal bis zum Jahresende hin, erläuterte Fackeldey. Die Verbraucherzentrale wird damit von 2020 bis 2024 mit 124.700 Euro (bisher 103.600 Euro) aus dem Kreishaushalt unterstützt.

Von den Bürgern wird die Beratungsstelle gut genutzt: Im Jahr 2018 gab es 5631 Anfragen, 2776 Veranstaltungse, 1100 Rechtsberatungen und 5849 Zugriffe auf die Internetseite. „Das zeigt: Die Verbraucherzentrale war auch letztes Jahr wieder Anlaufpunkt für viele Menschen aus dem gesamten Kreis Euskirchen und damit in vielen Fällen Retter in der Not“, sagte Rosenke.

Die Bandbreite der Themen, die das kleine Team in der Wilhelmstraße bearbeitet, ist groß. Untergeschobene Lieferverträge für Strom und Gas, Abzocke auf Marktplätzen im Internet, Fallstricke bei Telekommunikationsunternehmen, Rechte für Dieselbesitzer mit Musterfeststellungsklage und dreiste Inkassounternehmen sind Beispiele aus der täglichen Arbeit von Monika Schiffer und ihrem Team. Anspruchsvollere und komplexere Beratungsfragen nähmen zu, erläuterte Schiffer. „Inkassobüros haben uns sehr beschäftigt“, warf die Leiterin der Euskirchener Beratungsstelle einen Blick zurück.

Konkret berichtete sie von einem Inkassobüro im Zusammenhang mit einem Fitnessstudio. Rund 50 Fälle hätten sie im vergangenen Jahr dazu gehabt. Eigentlich hatten die Betroffenen gedacht, mit ihrer Kündigung wäre alles erledigt; das Unternehmen hatte sich jahrelang nicht gemeldet. Doch auf einmal erhielten sie Forderungen eines Inkassobüros. Die Methode dieser Büros sei immer gleich: Mit entsprechenden Anschreiben großen Druck aufbauen und zum Teil überzogene Kosten anrechnen, erklärte Schiffer.

Rund 900 Euro habe die Forderung im Schnitt betragen. Viele Schreiben und stetes Nachhaken seitens der Verbraucherzentrale später hat das Inkassobüro auf seine Forderungen verzichtet. Ohne die Hilfe der Verbraucherzentrale mit fachkundigen Mitarbeitern und juristischem Beistand hätten die meisten der Betroffenen dieses Problem vermutlich nicht lösen können.

Doch die Verbraucherzentrale ist nicht nur Anlaufstelle für viele Menschen, wenn sie Probleme haben, die Beratungsstelle setzt auch auf Schadensvermeidung. Dazu zählen Veranstaltungen in Schulen. Einhundert Unterrichtseinheiten absolvierten sie in verschiedenen Schulen und Bildungseinrichtungen im Kreis. Wissenswertes rund um die Smartphone-Nutzung oder das kleine Einmaleins bei Geldgeschäften zählten zu den Themen für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Vorträge zu ganz unterschiedlichen Bereichen runden das Angebot der Beratungsstelle ab. Wissenswertes zu Geldanlagen, zu Armut im Alter oder zur Pflege sind Beispiele aus der Vortragsarbeit. Viele Menschen informieren sich heute im Internet, doch manche scheitern dann trotzdem, weil beispielsweise die Sachlage sehr komplex ist, andere durchschauen die Vertragslage nicht. „Die persönliche Beratung ist nach wie vor sehr wichtig“, betonte Beate Fackeldey. Dem konnte Monika Schiffer nur zustimmen und meinte zum Abschluss: „Uns gehen die Themen nicht aus“.