19.04.2019
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Schön, dat ehr do wort!: Der Kölner Dom spricht auch Kölsch

Köln -

(red). Er ist imposant, UNESCO-Weltkulturerbe und "das" Wahrzeichen von Köln und der Region: der Kölner Dom. Und jetzt spricht der Dom auch noch Kölsch - aus gutem Grund! (Video: Koenig)

Die Besucher des Kölner Doms werden seit kurzem mit mehrsprachigen Bandansagen begrüßt, auf das Mittagsgebet und Liturgien hingewiesen sowie am Ende des Tages auch verabschiedet. „Wir wollen die Besucher unseres Domes damit noch besser und persönlicher ansprechen“, sagt Dompropst Gerd Bachner. „Die Ansagen tragen zu einer Kultur des Willkommens bei, die dem Domkapitel ein großes Anliegen ist: Unsere Kathedrale und ihre Gottesdienste stehen allen Menschen offen, egal welche Sprache sie sprechen und welcher Religion und Konfession sie angehören.“ 

"Viele Besucher freuen sich, wenn der Dom sie in ihrer Sprache anspricht!"

„Herzlich willkommen im Kölner Dom – dem Wallfahrtsort zu den Heiligen Drei Königen“, erklingt es zum Beispiel vor dem Mittagesgebet, zu dem der Dom montags bis samstags um 12 Uhr einlädt. Die Besucher werden im Folgenden gebeten, in den Kirchenbänken Platz zu nehmen und mitzufeiern. „Das Mittagsgebet endet mit einer Prozession zum Schrein der Heiligen Drei Könige, der Sie sich gerne anschließen können“, heißt es abschließend. „Wir wünschen Ihnen einen guten Aufenthalt in Köln und Gottes Segen.“ Im Anschluss wird die Ansage auf Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Arabisch und Chinesisch wiederholt.

„Erste Testläufe haben gezeigt, dass sich viele Besucher immens freuen, wenn sie der Dom in ihrer Sprache anspricht“, sagt Domdechant Robert Kleine, der für die Gestaltung der Domliturgie zuständig ist. „Auch dem Dom tut das gut: Wir möchten, dass er als Gotteshaus wahrgenommen wird, das den Menschen zugewandt ist.“

Das Beste kommt für die Kölner zum Schluss!

Hans Fey 11_7_19_Rechte-Ende

Er war sofort von der Idee begeistert und verabschiedet per Bandansage nun täglich die Besucher des Domes in "seiner Sprache": der langjährige Hänneschen-Puppenspieler Hans Fey.

Foto:

Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte; Foto: M. Unkelbach

Die Ansage, mit der Dombesucherüber die Schließung des Domes informiert werden, wartet zu guter Letzt mit einer weiteren Sprache auf: „In e paar Minute weed d‘r Dom avjeschlosse“, heißt es da. „Sit esu jot un joht jetz nohm Usjang. Schön, dat ehr do wort – und kutt baal widder.“

Der langjährige Hänneschen-Puppenspieler Hans Fey hat diese kölsche Fassung auf Bitten des Domkapitels getextet und eingesprochen. „Der Dom und die kölsche Sprache: Beides steht in Köln für Heimat“, sagt Dompropst Bachner. „So bringen wir in der letzten Dom-Ansage des Tages etwas zusammen, was zusammengehört.“

Für Hans Fey war die Aufnahme Ehrensache. „Ich bin dem Dom und der Kirche allgemein eng verbunden“, sagt der ehemalige „Mählwurms Pitter“ aus Knollendorf. „Die kölsche Sprache ist ein hohes Kulturgut und ich spreche sie auch im Alltag. Klasse, dass sie jetzt auch täglich im Dom zu hören ist. Gibt es eine schönere Art, den Besuchern eine gute Nacht zu wünschen?“