22.05.2019
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Die Zukunft in die Gegenwart holen: Ergebnisse einer großen Wohnraumbedarfsanalyse

Geballte Kompetenz vor Beginn der Präsentation (von links): Thomas Abraham, Marcus Mombauer, Stephan Santelmann, Udo Buschmann, Thorsten Thomas und Oliver Engelbertz.

Geballte Kompetenz vor Beginn der Präsentation (von links): Thomas Abraham, Marcus Mombauer, Stephan Santelmann, Udo Buschmann, Thorsten Thomas und Oliver Engelbertz.

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Alfred Müller

Kreis -

„Steigende Mieten und Baukosten, fehlende Sozialwohnungen, knapper und teurer werdendes Bauland, Abhängigkeiten von Arbeits- und Wohnort, kritische Pendlerströme, Fahrverbote“; das sind nur einige von vielen Themen, die sich aktuell stellen.

Die Kreissparkasse Köln und die Stadtsparkasse Wermelskirchen haben das unabhängige Forschungs- und Beratungsinstitut empirica AG beauftragt, eine groß angelegte Wohnraumbedarfsanalyse vorzunehmen. Sie zeigt die Gegenwart und jüngere Vergangenheit, gibt aber, und das ist sicher der wichtigste Teil der Analyse, einen Ausblick, was bis zum Jahre 2031 zu erwarten ist.

Untersucht wurden die Verhältnisse im Rheinisch-Bergischen Kreis, im Rhein-Sieg Kreis, im Oberbergischen Kreis, im Landkreis Mettmann sowie in den Städten Köln, Leverkusen, Remscheid und Solingen. Die Daten für RBK sind unterteilt in die Gebiete Nord (Leichlingen, Wermelskirchen, Burscheid, Kürten und Odenthal), Zentrum (Bergisch Gladbach) und Süd (Overath und Rösrath).

In der Firmenkundendirektion Rhein-Berg der Kreissparkasse Köln wurden die Zahlen präsentiert. Thomas Abraham, Vertreter der empirica AG, Landrat Stephan Santelmann, Rösraths Bürgermeister Marcus Mombauer, KSK Vorstandsmitglied Udo Buschmann, der stellvertretende KSK Direktor Oliver Engelbertz sowie Thorsten Thomas, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Wermelskirchen, präsentierten und kommentierten die Fülle der Daten, Erkenntnisse und Ableitungen.

Bedarfsgerechter Wohnraum darf kein Wunschtraum bleiben.

Bedarfsgerechter Wohnraum darf kein Wunschtraum bleiben.

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Alfred Müller

Zu der nun folgenden Kurzbetrachtung sei vorweggeschickt, dass die Inhalte der 139 Seiten der Wohnraumbedarfsanalyse, wie auch die 28 Seiten des zusammengefassten Resümees, auch nicht annähernd wiedergegeben werden können.

Für Rhein-Berg in der aktuellen Struktur ist festzuhalten:

Es gibt den höchsten Dienstleistungsanteil aller Flächenkreisen, der Kreis ist umgeben sowohl von Städten als auch von Landkreisen, er hat trotz günstiger Wirtschaftsstruktur nur mäßiges Wirtschaftswachstum, abgekoppelt von Köln gab es im Kreis ein Rückgang der Einwohnerzahl (Ursache ist auch der sogenannte Sterbeüberschuss, ab 2012 ist aber durch Zuwanderung eine Trendwende festzustellen).

Der Zuwanderung junger Familien – vor allem aus Köln – steht eine Abwanderung junger Menschen allgemein gegenüber. Folglich gibt es im Vergleich weniger 20 bis 40-Jährige und mehr Senioren.

Wenn es auch 2016 einen leichten Anstieg gab, so war davor der Bau von Einfamilienhäusern rückläufig. Entsprechend steigen die Baukosten und auch die Mieten. „Die Wohnungsnot schwappt von Köln zu uns herüber“ – so eine Ableitung der Zahlen.

Im Zusammenhang mit drei Szenarien der Bevölkerungsentwicklung ergeben sich an Bedarf neuer Wohneinheiten bis 2031 die Werte von 3200, 5400 oder 8600 Wohnungseinheiten. Der dafür erforderliche Flächenbedarf führt zu einem weiteren Kriterium. In der Studie wird auch an die Akzeptanz der Bevölkerung appelliert, wenn es um die Ergründung von Bebauungsflächen geht.

Bis 2031 wächst der Sterbeüberschuss weiter. Es wird nur halb so viele 5 bis 9-Jährige geben wie 65 bis 69-Jährige; letztere bilden die stärkste Altersgruppe. Es gilt, die Familienhäuser der Babyboomer (die ins gesetztere Alter gekommen sind und vielfach alleine oder allenfalls zu zweit Familienhäuser belegen) für junge Familien freizubekommen; auch durch Schaffung von Alternativen für die Älteren.

Dem Anstieg der Bau- und Mietkosten kommt man nur durch entwicklungsgerechten Wohnungsneubau bei. Ja, und schließlich geht die Aufforderung an die Verantwortlichen der Städte und Gemeinden, sich noch intensiver der Wohnproblematik anzunehmen. Die vorgestellte Wohnraumbedarfsanalyse für den Rheinisch-Bergischen Kreis bietet dafür eine ideale Informationsgrundlage.


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