19.06.2019
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Kulturinstitutionen im Kreis: Landrat Stephan Santelmann zu Besuch

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Bergisches Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe, auf dem Bild von links: Museumsdirektorin Sandra Brauer, Schmied und Bergbauexperte Herbert Selbach, Landrat Stephan Santelmann, Kreiskulturreferentin Charlotte Loesch und Schmiedemeister Ingo Schultes.

Foto:

Rheinisch-Bergischer Kreis/Katharina Krause

Handwerks-, Bergbau- und Industriekultur im Mittelpunkt von „Kultur gut stärken“

RHEINISCH-BERGISCHER KREIS - Unter dem Motto „Hör mal, wer da hämmert!“ fand in diesem Jahr der Aktionstag „Kultur gut stärken“ statt. Dieser wird jährlich vom Deutschen Kulturrat ausgerufen.

Viele Projekte und Kulturinstitutionen zur Handwerks-, Bergbau- und Industriekultur im Rheinisch-Bergischen Kreis leben von der Unterstützung von ehrenamtlich Engagierten. Um diesen Einsatz zu würdigen und zu stärken, machte sich Landrat Stephan Santelmann gemeinsam mit Kreiskulturreferentin Charlotte Loesch auf den Weg und besuchte das Bergische Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bensberg sowie den Landschaft und Geschichte e.V. in Odenthal.

„Ich freue mich, dass sowohl in Bensberg als auch in Odenthal viele Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler aktiv sind. Ohne diese großartige Unterstützung, das Knowhow und viele kreative Ideen zur Gestaltung der Ausstellungen, bekämen die Besucherinnen und Besucher keine so authentischen und lebendigen Eindrücke“, betont Landrat Stephan Santelmann die Bedeutung des Ehrenamtes.

Bergisches Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe – Bensberg

In dem Bensberger Museum wird die Vergangenheit der Region erlebbar. Besonders der Bergbau hatte für den Rheinisch-Bergischen Kreis und die Umgebung eine hohe Bedeutung. Wie die Arbeit unter Tage abgelaufen ist und die Menschen damit ihren Lebensunterhalt gesichert haben, können die Besucherinnen und Besucher in dem in den 1930er Jahren erbauten Besucherstollen erfahren.

Herbert Ommer, Vorsitzender des Fördervereins des Museums, führte den Landrat und die Kreiskulturreferentin durch den originalgetreu nachgebauten Bergwerkkeller. Alle gezeigten Maschinen, Geräte und Werkzeuge stammen original aus dem Bensberger Erzrevier.

Neben dem Bergbau wird die Kunst des Bandwebens an einem 1880 erbauten Bandwebstuhl den Besucherinnen und Besuchern vorgeführt. Auch dieses Handwerk wird mit Horst-Jürgen Gedecke von einem Ehrenamtlichen ausgeführt. Im Außenbereich des Museums befindet sich ein historischer Bauerngarten.

„Wir wollen hier Pflanzen anbauen, die typisch für die Region sind, damit der Garten so authentisch wie möglich wirkt. Vor rund 100 Jahren haben sich die Menschen maßgeblich aus dem eigenen Garten ernährt. Das möchten wir den Kindern nahebringen und sie in diese Zeit eintauchen lassen“, so Sandra Brauer, Direktorin des Museums. Schülerinnen und Schülern aus zwei Bensberger Grundschulen haben daher die Bepflanzung, Pflege und Ernte im Rahmen eines gemeinsamen Schulprojektes übernommen.

Weitere Informationen stellt das Museum auf der Homepage unter bereit.

 

Landschaft und Geschichte (LuG) – Odenthal

Kaum ein Mensch würde vermuten, dass sich in den Wäldern im Dhünntal das Zentrum der Schwarzpulverindustrie der Region befand. Denn dort befinden sich mehrere ehemalige Anlagen zur Herstellung des Sprengstoffs.

Die Anlagen sind geschützte Bodendenkmäler und werden durch den Landschaft und Geschichte mit vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern im Auftrag der Gemeinde Odenthal gepflegt und betreut. Randolf Link, Vereinsvorsitzender des Landschaft und Geschichte lässt die Vergangenheit wieder aufleben. Er organisiert gemeinsam mit weiteren Vereinsmitgliedern geführte Wanderungen, Exkursionen, Bustouren, Reisen sowie Gruppenveranstaltungen.

„Von hier aus wurde das Schwarzpulver nach ganz Europa transportiert. Diese Orte zu besuchen bietet sich an, denn sie kombinieren die beiden Aspekte Geschichte und Landschaft hervorragend – und das vor der eigenen Haustüre“, so der Vereinsvorsitzende.

Anhand von Grafiken und Kartenmaterial erläutert er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern seiner Exkursionen den Fertigungsprozess und die einzelnen Gebäude, beispielsweise Wasserkraftanlagen, Pulvermühlen und Wohngebäude.

Der Landschaft und Geschichte bietet weitere spannende Touren an, beispielsweise können Interessierte historische Höhenwege und Wanderwege rund um Altenberg entdecken oder bei einer Geoexkursion die Fundstellen von Erzen und Fossilien aufspüren. Am Pfingstmontag besteht die nächste Gelegenheit unter anderrem zu einer Pulvermühlenführung.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Vereins unter