20.05.2019
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"Uns läuft die Zeit weg": Bürgermeister aus Rheinischem Revier wollen Schritte vorweg

Tagebau Blick Hambacher Forst

Der Tagebau Hambach ist eine der größten Abbaugruben in Deutschland.

Foto:

Volker Düster

Rhein-Erft-Kreis -

Energiewende, Strukturwandel, Kohlekommission - das Rheinische Revier ist von diesen Themen massiv betroffen. Doch die bisherigen Planungen gehen den Bürgermeistern der angrenzenden Kommunen nicht weit genug - oder besser gesagt, sie sind ihnen zu langsam.

19 Kommunen an Tagebauen und Kraftwerksstandorten haben deshalb für den Strukturwandel im Rheinischen Revier am Montag mehr Tempo bei Planungen für neue Ansiedlungsflächen gefordert. Als Kerngebiet des Strukturwandels müssten sie bei der Regionalplanung mit Priorität behandelt werden, forderten die Kommunen in einem Positionspapier. Die geplante Verabschiedung des Regionalplans im Jahr 2025 komme für die Kommunen viel zu spät, sagte der Bürgermeister der Stadt Eschweiler, Rudi Bertram (SPD). «In der Zeit sind in Bedburg im Bereich des Tagebaues schon 1.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Das dauert uns zu lange. Wir müssen Übergangslösungen finden», sagte Bertram. Die Region brauche Platz für die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie.

"Wir wollen vorweg Schritte haben!"

Es müssten schnell neue Arbeitsplätze dort entstehen, wo sie durch den Strukturwandel verschwinden. Die Kommunen müssten dazu ja auch Grundstücke kaufen. «Wir wollen jetzt vorweg Schritte haben, damit wir eher ansiedeln können», forderte Bertram bei der Anrainerkonferenz in seiner Stadt: «Wenn ich Flächen nicht schon planerisch zur Verfügung stelle, dann läuft mir die Zeit weg.»

Die Tagebauanrainer gehen davon aus, dass bei ihnen durch den Kohleausstieg die meisten Arbeitsplätze wegfallen. «Wir sprechen von 4.000 bis 5.000 sofort in den nächsten zwei Jahren», sagte Bertram. Die Kohlekommission hatte empfohlen, bis spätestens 2038 die Produktion von Kohlestrom in Deutschland zu beenden. (red/dpa)