19.06.2019
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Perspektiven für das Revier: Konzepte für den Strukturwandel

Erläuterten die Dringlichkeit von Konzepten für den Strukturwandel: Ralph Sterck, Moderatorin Christa Gesmann, Antje Grothus und Andreas Büttgen (v. l.).

Erläuterten die Dringlichkeit von Konzepten für den Strukturwandel: Ralph Sterck, Moderatorin Christa Gesmann, Antje Grothus und Andreas Büttgen (v. l.).

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Führer

Kerpen-Horrem -

Ausstieg aus der Braunkohle, Energiewende und eine Perspektive für die Bergbau-Beschäftigten – das rheinische Revier steht vor großen Herausforderungen. Der zivilgesellschaftliche Koordinierungskreis Strukturwandel hatte nun zu einer Dialogveranstaltung in das EkoZeit geladen, um über verschiedene Konzepte zu diskutieren.

Etwa 70 Personen von 28 verschiedenen Vereinen und Organisationen nahmen an der Veranstaltung teil. Schwerpunkt waren das Strukturwandelkonzept „Revierperspektiven Rheinland: Gutes Leben – Gute Arbeit“ und das Thema Energiewirtschaft. An der Diskussion waren auch Antje Grothus, Mitglied der Kohlekommission und des Koordinierungskreises, und Ralph Sterck, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, beteiligt. Sterck ersetzte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, der kurzfristig absagen musste.Andreas Büttgen und Jutta Schnütgen-Weber erläuterten stellvertretend für den Koordinierungskreis das Strukturwandelkonzept. Das Konzept besteht aus acht vernetzten Leitlinien, darunter Energiewirtschaft, Bürgerbeteiligung und Mobilität. Büttgen und Schnütgen-Weber präsentierten Ideen und mögliche Projekte zu den jeweiligen Leitlinien. Erklärt wurde beispielsweise, wie städtischer und ländlicher Raum gestaltet oder die Industrie nachhaltig entwickelt werden kann. Mit den Begriffen Wachstum und Effizienz gingen die beiden bewusst vorsichtig um. Suffizienz und nicht Effizienz sei der wichtigste Aspekt von Nachhaltigkeit, erläuterte Schnütgen-Weber. „Suffizienz bedeutet nicht notwendigerweise Verzicht, sondern Mäßigung.“Ein weiteres vorgestelltes Konzept war die „Rheinrevierwende“, die Sönke Tangermann und Michael Friedrich von der Genossenschaft Greenpeace Energy präsentierten. Die Genossenschaft schlägt darin vor, die Tagebaue und Kraftwerke von RWE ab 2020 für 384 Millionen Euro zu übernehmen und durch Photovoltaik- und Windkraftanlagen zu ersetzen. Arbeitsplätze müssten dabei nicht verloren gehen, sagten die Referenten. Außerdem empfahl Greenpeace Energy, eine kommunale Flächengesellschaft zu gründen. Parallel dazu könnte eine Betreibergenossenschaft die Energieanlagen betreiben, an der bevorzugt Bürger aus der Tagebauregion beteiligt werden sollen. Auch Grothus lobte den Vorschlag.

Auf der Veranstaltung wurde aber auch deutlich, dass die verschiedenen Organisationen bei manchen Punkten noch uneins sind. Einige Umweltschützer halten den Flächenbedarf von Photovoltaikanlagen im rheinischen Revier durchaus für problematisch. In dem durch Industrie und Landwirtschaft geprägten Gebiet sind Flächen knapp. Auch die Nachnutzung der Tagebauflächen und die Seen, die dort entstehen sollen, könnten für Diskussionen sorgen. Pumpspeicherkraftwerke auf der ehemaligen Tagebaufläche müssten kritisch hinterfragt werden, so Grothus. Man könne durchaus von Wasserverschwendung sprechen, wenn es darum gehe „drei Großtagebaue mit Wasser zu füllen“.

Der Dialog im EkoZet ist der Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen, die der Koordinierungskreis in den kommenden Monaten plant. Die Veranstalter hoffen damit die „Debattenkultur in der Region zu erweitern“ und Lösungen für dringende Probleme zu finden.


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