19.04.2019
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Den Garaus machen: Kreis, Kommunen und Freiwillige im Kampf gegen die Herkulesstaude

Eine ganze Schar von Behördenvertretern und Helfern hatte sich zum Startschuss für den Kampf gegen die Herkulesstaude eingefunden. Die Pflanze ist jetzt zwar noch klein, wird aber in den nächsten Tagen enorm wachsen.

Eine ganze Schar von Behördenvertretern und Helfern hatte sich zum Startschuss für den Kampf gegen die Herkulesstaude eingefunden. Die Pflanze ist jetzt zwar noch klein, wird aber in den nächsten Tagen enorm wachsen.

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Röhrig

Rhein-Sieg-Kreis -

Der Herkulesstaude geht’s jetzt verstärkt an den Kragen. Kreis und Kommunen sowie viele Freiwillige wollen der gefährlichen Pflanze aus dem Kaukasus, die sich seit Jahren auch an Rhein und Sieg breit macht, den Garaus machen. Vertreter der Kreisverwaltung, der Stadt Hennef sowie der Gemeinden Eitorf und Windeck sowie Ehrenamtler gaben gemeinsam am Siegufer bei Eitorf den Startschuss für Aktionstage zur Bekämpfung des Riesenbärenklaus. Die sind für den 27. April und den 11. Mai geplant. Der Kreis will sich dieses Jahr, wie Georg Persch und Vera Overrödder vom Umweltamt betonten, noch stärker bei der Bekämpfung der gefährlichen Neophyten engagieren. Auf rund 40 Hektar an der Sieg soll gegen die eingewanderten Pflanzen vorgegangen werden. Früher wurde die Herkulesstaude sogar von einigen Bürgern als Zierpflanze oder Bienenweide in den Gärten ausgesät. Die Staude kann aber durch ihren Saft phototoxisch wirken und verbrennungsähnliche Schäden verursachen. Deshalb sollte man auf keinen Fall die Stiele abbrechen oder durchschneiden, wenn man keine Schutzkleidung trägt. Das gilt auch für die Bekämpfung der Neophyten, die pro Pflanze 20.000, manchmal oft sogar über 100.000 Samen produzieren können. Die sind auch schwimmfähig, außerdem bis zu zehn Jahre keimfähig und vermehren sich entsprechend stark. Falls doch Pflanzensaft auf die Haut gelangt, sollte man die sofort mit Wasser und Seife gründlich waschen und die Stellen zwei Tage lang nicht dem Sonnenlicht aussetzen.

Der Riesenbärenklau gefährdet aber nicht nur die Menschen, sondern verdrängt auch die heimische Flora und Fauna und verursacht Erosionsschäden an den Gewässern. Nachdem sich der Kreis wegen fehlender Fördermittel durch das Land aus der Bekämpfung des Riesenbärenklaus zurückgezogen hatte, kam es an einigen Stellen zu einer explosionsartigen Vermehrung. In speziellen Gebieten mit besonders geschützten Biotopen und Standorten von seltenen Pflanzen und Tieren an der Sieg lässt das Umweltamt jetzt die Bekämpfung durch eine Fachfirma vornehmen, nachdem wieder Zuschüsse gewährt werden. Insgesamt sieht allein der Kreis-Etat in diesem Jahr 56.000 Euro für Maßnahmen vor. Die Restflächen werden von den Kommunen und Ehrenamtlern in Angriff genommen. Der Kreis unterstützt jetzt die freiwilligen Helfer und stellt ihnen Werkzeuge und Schutzbekleidung zur Verfügung. Wegen der Schutzwürdigkeit der Flächen im FFH-Gebiet der Sieg dürfen die Uferstreifen außerhalb der Wege und der Ortslagen normalerweise nicht betreten werden. Zur Bekämpfung der Staude wird deshalb eigens eine Erlaubnis vom Kreis für einzelne Gebiete erteilt. Mit der zeitlichen Reglementierung auf die Aktionstage zeigten sich allerdings einige Ehrenamtler überhaupt nicht einverstanden. Heinz-Josef Lehmler vom Angelverein Eitorf, der mit weiteren Aktiven schon im vergangenen Jahr über drei Monate lang gegen den Riesenbärenklau im Einsatz war: „Wenn wir nicht zur Bekämpfung gehen können, wann wir wollen, dann schmeißen wir in Eitorf die Brocken hin“. Daraufhin versicherte Overrödder, der Einsatz der ehrenamtlichen Helfer könne auch noch bis in den August hinein erfolgen. Lehmler wies auf eine neue Form bei der Entsorgung der Pflanzen hin. Die abgestochenen oder abgeschnittenen Stauden werden nicht mehr abgefahren, sondern bleiben vor Ort liegen. Innerhalb von zwei oder drei Tagen machen sich dann die Schnecken über die Pflanzenteile her.