19.06.2019
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Hüngsberg möchte nie im Mittelpunkt stehen: Ein „Vorzeigeehrenamtler“

Die Freude am Engagement sieht man in seinen strahlenden Augen: Hans Hüngsberg, Vorsitzender der JBH Siegburg/Rhein-Sieg.

Die Freude am Engagement sieht man in seinen strahlenden Augen: Hans Hüngsberg, Vorsitzender der JBH Siegburg/Rhein-Sieg.

Foto:

Woiciech

Siegburg -

Hans Hüngsberg engagiert sich sozial - seit über 30 Jahren - alles begann mit dem Kellnern:

Eigentlich möchte sich Hans Hüngsberg selbst nie in den Mittelpunkt stellen. Der Gründer der Jugendbehindertenhilfe Siegburg/Rhein-Sieg (JBH) bleibt stets bescheiden. „Das sind immer die Verdienste der Mitarbeiter und Angestellten“, erklärte er, als man ihm zum „Tag des Ehrenamtes“ beispielhaft auszeichnete.

"Ball-Kids" als Ursprung

Den Ausschlag dafür gab das inklusive Kooperationsprojekt zwischen der JBH und dem Siegburger Turnverein. Nach langer Vorbereitungszeit entstanden 2012 die „Ball-Kids“. In dieser integrativen Breitensportgruppe vereinten sich zehn Regelkinder und Kinder mit besonderem Förderbedarf, und/oder Behinderung, die gemeinsam die Liebe für den Ballsport entwickelten. Bei dem zukunftsweisenden Pilotprojekt, das der Landes- sowie Behindertensportbund unterstützte, erlernte der Nachwuchs den Umgang mit verschiedenen Bällen. Noch unter dem damaligen STV-Vorsitzenden Heinz Siebert wurde so eine großartige Erfolgsgeschichte geboren, denn einige der „Ball-Kids“ wechselten später in reguläre STV-Gruppen.

2014 bildete sich ein zweites Team in der Kindertagesstätte „Die kleinen Strolche“ in Siegburg-Stallberg und 2016 kam die erste inklusive Tanzgruppe „Tanz-Bärchen“ hinzu.

Seit über 30 Jahren sozial engagiert

Hans Hüngsberg, der dies mit initiiert hat, ist seit über 30 Jahren sozial engagiert. „Man darf an dieser Stelle nicht vergessen, wie alles angefangen hat“, betonte er.

Die Initiative begann in einer Siegburger Gaststätte. Im Herbst 1985 beschlossen hier ein paar „Idealisten“, in einem konkreten Fall, ohne großen Verwaltungsaufwand, zu helfen. Infolgedessen starteten Hans Hüngsberg und Hermann Josef Parsch ihren ehrenamtlichen Einsatz und kellnerten. Ab 1986 ging es dann Schlag auf Schlag. Ein Frühlingsfest mit Tombola wurde organisiert und die Hauptpreise mit dem Geld finanziert. Das Fest erwies sich als voller Erfolg und brachte 930 DM ein.

Eine einmalige Aktion als Startschuss

Über diese Spende freute sich das Dr. Ehmann-Kinderheim, und der erste Kontakt mit behinderten Kindern sollte Hans Hüngsberg prägen. „Ich hatte keine Berührungsängste, und akzeptierte sie so, wie sie sind.“ 1987 kam es zu einem weiteren Frühlingsfest. Der Zuspruch, auch vom damaligen Vizebürgermeister Rolf Krieger, ermutigte die inzwischen acht Aktiven zur Gründung des Vereins „JBH Siegburg“. Viele Veranstaltungen, wie das Grill-Dancing, Wohltätigkeitsbälle, Konzerte und die beliebten Herseler Hafenfeste spülten Geld in die Kasse des Vereins, der sich seit 1993 „Jugendbehindertenhilfe Siegburg Rhein-Sieg e.V.“ nennt.

Jetzt machte man sich an die Planung des bislang größten Projekts: der „Kinderburg“, die 1996 öffnen konnte. 2002 erhielt sie den Namen Kinderburg „Veronika Keller“. Damit sollte die treueste Wohltäterin geehrt werden, die von Anfang an die JBH förderte.

Im August 2008 übernahm der Verein auf Bitten der Kommune mit den „kleinen Strolchen“ eine zweite Kindertagesstätte in Stallberg, da sich die katholische Kirche aus finanziellen Gründen aus der Trägerschaft zurückzog. Nach diversen Baumaßnahmen feierte dieser traditionelle Kindergarten im Juni 2013 ein grandioses „Einweihungsfest".

"Ich wollte immer nur der Motor sein, der alles anschiebt!"

Ganz gleich, ob das flotte Entenrennen, der Kölner Spielecircus, Ferienfreizeiten oder die integrativen Jugendspiele, für dies alles ist die JBH heute im Rhein-Sieg-Kreis bekannt. Eine Institution, die es ohne das ehrenamtliche Engagement von Hans Hüngsberg nie gegeben hätte. Vertrauensvoll legt er die Arbeit in die Hände der Mitglieder und Mitarbeiter des Vereins und gibt sich selbst mit kleinen Momenten im Leben zufrieden. Der freudestrahlende Ausdruck auf den Gesichtern der Kinder ist ihm wichtig. „Ich wollte immer nur der Motor sein, der alles anschiebt“, erklärte er.


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