22.05.2019
Die Wochenzeitungen im Rheinland - die meisten svazhie Nachrichten, Sortierung nach Datum

Spürbare Betroffenheit: „Crash Kurs NRW“ brachte Berufsschüler zum Nachdenken

Notarzt Dr. Sebastian Goß schilderte ein persönliches Erlebnis bei einem schrecklichen Unfall.

Notarzt Dr. Sebastian Goß schilderte ein persönliches Erlebnis bei einem schrecklichen Unfall.

Foto:

Woiciech

Rhein-Sieg-Kreis -

Die meiste Zeit herrschte Schweigen unter den Schülern in der Aula des Siegburger Berufskollegs. Die Betroffenheit war spürbar, als sie den Ausführungen auf der Bühne lauschten.

Unter den Vortragenden befanden sich Heinz-Ewald Verwey von der Feuerwehr Niederkassel sowie Notarzt Dr. Sebastian Goß, die jeweils von eigenen Erlebnissen an Unfallorten erzählten. Zum vierten Mal organisierte die Höhere Handelsschule den „Crash Kurs NRW“ als Präventionsmaßnahme für Fahranfänger. So versucht man, die jungen Menschen für die Gefahr im täglichen Straßenverkehr zu sensibilisieren. „Wir machen dies hier regelmäßig vor Karneval. Es passt außerdem gut, weil heute die offizielle Unfallstatistik bekanntgegeben wird“, so Lehrerin Monika Stoffer, die die Veranstaltung koordiniert.

Bei den Erfahrungsberichten, die von Ärzten, Mitarbeitern des Rettungsdienstes, Notfallseelsorgern und Polizisten, sowie Opfern einfließen, stehen weniger die Zahlen im Mittelpunkt. Auf drastische Weise erhält das Publikum Einblick darüber, dass überhöhte Geschwindigkeit, Imponiergehabe, Drogen und Alkohol am Steuer, aber auch nur ein kleiner Blick aufs Handy, über Leben und Tod entscheidet. „Unfälle passieren nicht einfach - sie werden verursacht“. Mit kleinen Filmen und viel Bildmaterial wird schnell klar, welchen Gefahren jeder Einzelne ausgesetzt ist. Was es für die Opfer und deren Familien letztendlich bedeutet, lässt sich kaum erfassen. Hier werden Lebensträume zerstört. Nicht nur der Tod steht manchmal am Ende. Schwere Behinderungen und Hirnverletzungen, die Betroffene ans Bett fesseln, sind Umstände, die sich keiner wünscht. Man muss nicht unbedingt der Verursacher sein, sondern kann jederzeit selbst Opfer werden. Auch geschehen die Unfälle oft nicht weit weg, vielmehr direkt vor unserer Haustür, mitten im Rhein-Sieg-Kreis. Die Erlebnisse, die die Schüler in diesem Rahmen erfahren, sollen sie zum Nachdenken und Handeln auffordern. „Wir wissen natürlich nicht, wie einschneidend solch eine Veranstaltung ist“, äußerte Monika Stoffer. Hoffentlich wirkt es bei den jungen Menschen nach, so dass sich Unfälle in Zukunft immer weiter reduzieren.