19.05.2019
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Catrin Strohschneider: "Meine Flucht in die Schweiz" in der Schreibwerkstatt

Es war der Tag nach den Wahlen. Alles schien ganz normal zu sein. Die Leute gingen zur Arbeit, machten Besorgungen oder unterhielten sich mit anderen über den neusten Klatsch und Tratsch. Für mich allerdings war es der Tag, an dem ich mich von meinem bisherigen Leben verabschieden musste.

von Catrin Strohschneider (selbst geschrieben)

Diese Regierung bestand nämlich aus Menschen, die einer Sekte angehörten und den christlichen Glauben dazu benutzte um ihre Mach zu demonstrieren. Sie pochten darauf, das es keinen anderen Glauben außer dem Christentum geben durfte. Für mich kam diese Haltung nicht in Betracht, weil ich erstens nicht  christlich erzogen wurde und zweitens Ich der Meinung bin, das es auch andere Glaubensformen gibt, die es verdient haben gelebt zu werden. Alle Menschen, die einen anderen Glauben hatten oder sogennante Ungläubige waren wurden gnadenlos verfolgt. Sie wurden abgeschottet vom Rest der Leute, die "den richtigen Glauben" hatten. Alle anderen wurden  körperlich misshandelt oder sogar mit dem Tode bestraft. Es gab auch öffentliche Abschreckungsmaßnamen, bei denen die Leute an den Pranger gestellt oder im schlimmsten Fall sogar erschossen wurden.  Es war nur eine frage der Zeit bis die "Lichtträger" so nannte sich neue Polizei auch an meiner Tür klingel würde.

Sebstverständlich hätte ich es mir auch einfach machen können, mich unterwerfen und taufen lassen. Mein Herz fühlte sich jedoch schon immer mehr zum Judentum hingezogen, weshalb es für mich nicht in Frage kam  meinen eigenen Glauben, der mir sehr am Herzen liegt zu verleugnen. selbstverständlich hatte  ich Angst, furchtbare Angst...  Menschen die offen zu einem anderen Glauben standen, hatte ich sterben sehen. Dieses Schicksal  sollte mich nicht ereilen Ich wollte Leben!!!  Ich wusste es gab keine andere Möglichkeit als zu flüchten. Die Schweiz war meine erste Wahl. Die Gründe dafür lagen für mich klar auf der Hand: Nicht weit weg, ähnliche Sprache und tolerante Menschen. Die Flucht musste noch heute Nacht stattfinden, bevor die Polizei die Grenzen schließen würde. Den ganzen Tag war ich total nervös hatte Herzrassen, feuchte Hände und fühlte mich sehr verloren. Ich dachte an meine Freunde und mein Herz wurde schwer. Erinnerungen an gemeinsame Momente schossen mir durch den Kopf. Der Gedanke daran das ich sie vielleicht nie wider sehen würde ließ mich weinen.

Mit Tränen in den Augen blicke ich mich in meiner Wohnung um. all dies würde ich zurücklassen müssen. Dies alles zurück zulassen fiel mir sehr schwer aber am meisten würde ich meine Freunde vermissen. Was erwartet mich wohl? würde ich mir eine neue Zukunft aufbauen können? Diese Fragen stellte ich mir wärend ich meine Koffer packte. Kleidung, Bargeld und Fotos nahm ich mit. Die Kleidung nehme ich  um Sachen zum Wechseln dabei zu haben, das Bargeld damit ich mich die ersten Paar Tage über Wasser halten kann und die Fotos um wenisten ein Teil meines Lebens mitnehmen zu können. Dann war es soweit! Im Wagen eines Freundes, der in der Schweiz lebte ging die Reise, in eine ungewisse Zukunft los.

Alles lief reibungslos, bis wir an die Grenze kamen. Ich sah das ein Beamter die Ausweise der Leute, die über die Grenze wollten kontrollierte. Ohje dachte ich jetzt ist alles aus! Vor meinem geistigen Auge sah ich mich schon tot in einem Graben liegen. Auf Flucht stand nämlich die Todesstrafe. Langsam dämerte mir, in welcher Situation ich mich eigentlich befand. Es war doch der purre Wahnsinn Hals über Kopf das Land zu verlassen in dem ich geboren und aufgewachsen war. Bei genauerer Betrachtung der gegebenen Umstände wurde mir jedoch klar, das ich so oder so sterben würde. Entweder wenn dieser Grenzbeamte uns dabei erwischte das dies hier eine Flucht und kein harmloser Familienausflug ist oder wenn ich bleiben, mich aber nicht den neuen umständen anpassen würde.  Die Panik Bahnte sich langsam aber sicher ihren weg durch meinen Körper.

Mein Herz pochte so stark, das ich das Gefühl hatte es würde in tausend Teile zerspringen, In meien Ohren hörte ich das Blut rauschen und mir stockte der Atem. Am liebsten wollte ich weg, weg von hier und mich, wie eine Maus in ihr Mauseloch verkriechen. Sebastian, mein Begleiter versuchte mich zu beruhigen und flüsterte mir ins Ohr: Beruhige dich! Ich mach das schon. Als wir an der Reihe waren kurpelte Sebastian das Fenster runter und übergab dem Beamten seinen Ausweis und den Ausweis seiner Schwerster, den er zufällig dabei hatte. Sie kommen also beide aus der Schweiz? Fragte der mürrisch wirkende Mann voller misstrauen. Sebastian nickte und der Beamte beäugte mich skeptisch, als er einen Blick ins Wagen innere warf.  Neue Frisur? raunzte er mich an. Ich nickte nur. ,,Ja wissen Sie, meine Schwester ist sehr Experiementfreudig, was ihre Haare betrifft" warf Sebastian ein Der Mann in Uniform fing an zu lachen. Ich weiß genau, was sie meinen. Meine Schwester ist auch so. Der Mann schmunzelte gab Sebasian die Ausweise zurück und wünschte uns weiterhin eine gute Fahrt. 

Als wir über die Grenze fuhren jubbelte ich innerlich. Ich hatte es tatsächlich GESCHAFFT!!! Sebastian sah mich an und grinste. Siehst du, ich hab dir doch schon immer  gesagt du siehst aus wie meine Schwester. "Blödmann" sagte Ich und lächelte ihn an. Zusammen mit ihm malte ich mir meine Zukunft aus Ich wollte eine Arbeit finden um mir wieder eine eigene Wohnung leisten zu können. Wir überlegten wie meine neue Wohnung ausehen würde, was für Möbel ich wohl hätte und ob es mir leicht fallen würde neue Freunde kennenzulernen. Aber all das war mir in diesem Augenblick nicht wichtig. Ich war in sicherheit und das Zählte! Ich freute mich darauf wieder meine Meinung offen äussern zu können und ohne Angst durch die Straßen zu gehen, So träumte ich von einer neuen Zunkuft während der Mond, die Bäume und die Straßen vor uns in sein gleißend helles Licht tauchte. Dies ist das Licht der Hoffnung dachte ich. All die Anspannung, der lesten Stunden  fiel von mir ab und ein warmes Glücksgefühl durchströmte meinen Körper.

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