22.05.2019
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Flucht: Die Schreibwerkstatt hat sich Gedanken zu diesem Thema gemacht

Auf Grund der Berichte von Betroffenen stand das Thema "Flucht" in der Schreibwerkstatt im Fokus. Mitglieder von Blattgold haben sich dazu ihre eigenen Gedanken gemacht oder gesammelt:

 

  • Susanne Sasse (diktiert)

Wenn es hier Krieg und Unruhe gäbe, fühlt sich das nicht gut an. Ich hätte Angst. Ich würde einen Rucksack mit Anziehsachen mitnehmen, Duschzeug, Gitarre, Hund, Essen und Trinken, Handtuch, Augentropfen, Telefonnummern, mein Handy und Geld. Ich würde in das Wohnmobil gehen und dann mal weitersehen – zu meinen Eltern. Die nehme ich mit. Dann fahren wir nach Portugal. Da suche ich mir eine neue Arbeit. Meine Eltern helfen mir dabei.

 

  • Jessica Reinhard (diktiert)

Ich würde meine Mama mitnehmen, natürlich Oma, meine ganze Familie. Am liebsten nähme ich das Tablet mit und die Katzen von der Mama. Ich würde dann nach Berlin gehen, weil ich da noch nicht war. Da ist es sicher, weil man da geschützt ist. Ich werde sehr traurig sein und mein Zuhause vermissen.

 

  • Ralf Fassbender

Völlig schrecklich wäre das, wenn es hier bei uns Krieg oder ein Erdbeben geben würde. Ich würde mich nicht mehr sicher fühlen, mir Sorgen machen, ich würde Angst haben und nicht mehr auf die Straße gehen. Was ich mitnehmen würde? Klamotten, Handy, Proviant, Geld, Habseligkeiten und Erinnerungsstücke. Dann würde ich zu meinen Eltern gehen und nach Holland auswandern. Ich würde irgendwo ganz neu anfangen und dort bleiben – vielleicht für immer. Ich werde meine Eltern mitnehmen, die Sprache lernen, eine Arbeit suchen und hoffen, dass es irgendwann wieder sicher in Deutschland ist.  Es ist nur eine Theorie und dass es hoffentlich niemals in Deutschland passieren wird. Die Leute sollten vorher gewarnt werden, damit man vorbereitet ist.

 

  • Cedric Eichner, selbst geschrieben

Ich wurde nar portugal flüsten di eltern meine fronden hapen ein haus im portugal. Da gebt es einen pul. ich wurde bei einem bmw hendler apeiten. ich brauhe di sprahe nist su lernen weil ich hape einen dolmeser – susannes farter und muter. Wenn ich mich gans unwol füle dan würde ich mit meinen eltern schwester susanne und kasen schnapen und dan faren wir nar kroasien, weil ich da bekante hape di ich son ser lane kene. Hendi, meinen hund epi anisisaren eipet leptop felme unt musik cola und döner und schusel neme ich mit auf die flucht.

 

  • Norbert Fuchs

Ich fahre nicht weg, ich bleibe in Deutschland. Ich brauche niemanden. Ich bin allein. Das ist nicht schlimm. Ich helfe mit, alles wieder aufzubauen. Das ist anstrengend. Ich bleibe hier, egal, was passiert.

 

  • Catrin Strohschneider

Stellen Sie sich einmal vor in ihrem Land herrscht ein furchtbarer Krieg und Sie sehen jeden Tag Menschen sterben darunter vielleicht auch einige Freunde und Famillienangehöriege. Sie denken sich ihnen soll das nicht passieren. Eine gefährliche Reise ist nun ihr letzter Ausweg um diesem Schicksal zu entfliehen. So ergeht es momentan vielen Menschen die in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu uns nach Deutschland kommen. Diese Menschen haben alles verloren was ihnen lieb und teuer ist. Hierzulande haben wir aber nichts besseres zu tun als über verschärfte Grenzkontrollen und Obergrenzen zu diskutieren und das ist noch nicht alles sogar von Überfremdung ist die Rede. Man spricht von Verteilung als wären diese Menschen irgendeine Ware die man hin und her schieben kann. Wo bleibt da die Menschlichkeit? Egal ob Christ, Jude oder Muslim ob Mensch mit oder ohne Handicap wir sind alle Menschen mit denselben Bedürfnissen, Träumen und Hoffnungen für die Zukunft.“

 

  • Jochen Rodenkirchen (diktiert)

Wenn in Deutschland ein richtiges Erdbeben wäre oder eine andere Katastrophe, dann würde ich mit meiner Freundin Isabel nach Norwegen oder Schweden auswandern. Und da bleiben. Weil Norwegen sehr schön ist. Weil da schönes Wetter ist, es kaum regnet. Wenn ich nach Schweden auswandere, muss ich nicht so weit fahren, nur 24 Stunden. Ich würde Isabels Stoffigel schnappen, Anna, und mein Rasierzeug, weil ich mich rasieren muss auf der Flucht oder soll ich einen Bart haben? Ich will gepflegt aussehen. Das ist wichtig für mich. Und die Kleidung, die wir am Körper haben. Das andere können wir nicht retten. Fernsehen können wir ersetzen, alles andere auch, Handy, Telefon, Bett – können wir alles neu kaufen. Geld – dafür würde ich eine Bank ausrauben. Bei einem Erdbeben ist die Bank ja mitbetroffen und das Geld läge auf der Straße. Ich würde nicht alles nehmen, nur einen Teil. Eine Millionen. Was ich mich frage: Wie feiern wir dann Weihnachten? In Schweden feiern die das doch anders, glaube ich. Das ist mir egal, dann würde ich bei ihnen mitfeiern, da würde ich mich anpassen. Weihnachten ist das Fest der Liebe. Da gehört für mich aber ein Weihnachtsbaum dazu und Geschenke. Es ist aber dann nicht wie zu Hause. Ich vermisse dann meine Eltern, meinen Bruder, wenn meine Familie zurückbleiben müsste. Das fühlt sich traurig an, ganz leer in mir drin. Wenn man seine Heimat verlässt, dann verliert man seine Freunde, ist heimatlos, Darum muss man sich ein neues Land suchen, um wieder eine Heimat zu haben. In der neuen Heimat muss man sich alles wieder aufbauen und eine neue Arbeit suchen und neue Freunde und eine neue Sprache sprechen. Wenn es nicht anders geht, dann würde ich das machen. Das macht auch Spaß. Meine alte Heimat vermisse ich aber.

 

  • Isabel Schatton (diktiert)

Aus dem alten Haus würde ich erstmal wegziehen, wenn hier eine Katastrophe ist. Dann nehme ich eine neue Wohnung in Frankreich oder in Spanien, da ich es so warm, kalt, mittel. Nicht alleine sein kann, da will ich mit Jochen einziehen und ein großes, schönes Wasserbett haben. Ich nehme mein Handy mit, das ist wichtig, weil man mein Handy sonst wegklauen kann, da sind alle wichtigen Sachen drin von meiner Mutter, meiner Oma, Telefonnummern. Und meinen Stoffigel, da bin ich nicht so allein bin. Der schützt uns, Jochen und mich. Am besten wir fliegen da hin, wenn das nicht klappt, fahren wir irgendwie. Zu Fuß, da tun die Knie weh und die Füße. Die Sprache kann ich nicht. Das muss ich noch üben. Ich würde meine Mutter abends dann immer anrufen. Vermissen tue ich sie selten. Die neue Wohnung finde ich schön. Dann lade ich Besuch ein aus Deutschland.“

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