24.03.2019
Die Wochenzeitungen im Rheinland - die meisten svazhie Nachrichten, Sortierung nach Datum

8-Millimeter, die Geschichte schreiben: Peter Kleinen, der Mann des Zelluloids

Neuer Inhalt

In seinem kleinen Privatmuseum zur Geschichte des Amateur-Schmalfilms dürfen die Besucher auch selber tätig werden und Projektoren oder Grammophon bedienen.

Foto:

Simone Tiepel

Peter Kleinen aus Frechen-Bachem beherbergt in seinem Keller ein Museum der Amateur-Schmalfilmproduktion.

BACHEM - Im Jahr 1895 führten die Brüder Auguste und Louis Lumière erstmals ihre Filme mit einem Cinématographen öffentlich im Pariser „Grand Café“ vor – Filme, die mitten aus dem Leben kamen und einfache Szenen aus dem Alltag darstellten. Filme, die man heute wohl am ehesten dem Genre „Amateur-Film“ zuordnen würde, die damals aber die erste echte Kinovorstellung begründeten.

Die Technik hat sich seit den ersten Gehversuchen mit der Laterna Magica, deren Lichtquelle eine Kerze oder Petroleumlampe war und die als Bildwerfer und damit sozusagen als Vorläufer des Bildprojektors diente, über die vielen Jahrzehnte hinweg unentwegt weiterentwickelt.

In den 30er Jahren wurde von der Firma Eastman-Kodak ein 8-mm-Format, der erste sogenannte Schmalfilm eingeführt, der dem üblichen 35mm-Format gegenüberstand und kostengünstiger produziert werden konnte.

Für die breite Masse wurde die Amateur-Filmerei allerdings dennoch erst in den 60er Jahren wirklich erschwinglich. In den 70er  Jahren schließlich boomte der Schmalfilm und mauserte sich zum populärsten Filmmedium im privaten Bereich.

Neuer Inhalt
Foto:

Simone Tiepel

Die Geschichte des Amateur-Schmalfilms zeichnet Peter Kleinen aus Frechen-Bachem auf eindrucksvolle Weise im Keller seines Hauses mit einem kleinen, aber umso imposanteren Museum nach. Hier kann man regelrecht eintauchen in die Magie des Filmens und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

In den 80er Jahren hat Peter Kleinen begonnen, die Sammlung aufzubauen. Auf dem Pulheimer Trödelmarkt, der auf dem Gelände des alten Autokinos stattfand, war er Stammgast, die Antiquitätenmärkte hat er abgesucht, viele besondere Stücke auch nach dem Mauerfall in der ehemaligen DDR erworben. Aber auch über den Freundes- und Bekanntenkreis fand das eine oder andere Teil zu ihm bzw. in seine immer umfangreicher werdende Sammlung.

Heute nennt Peter Kleinen rund 30 Laterna Magicas, etwa 210 Kameras unterschiedlicher Bild-Formate sowie circa 300 Projektoren verschiedenster Jahrgänge sein eigen. Hinzu kommen 50 Schmalfilme, darunter Kinderfilme und alte Wochenschauen, etliche Fachbücher und tausende Zubehörteile.
Gerne lädt Peter Kleinen auch Kinder ein, in die Geschichte des Amateur-Schmalfilms einzutauchen -  die dürfen dann auch selber tätig werden und Projektoren oder Grammophon bedienen.

„Das Museum ist nicht einfach aus Sammelleidenschaft entstanden“, sagt Kleinen, „ich möchte vor allem Erinnerungen wachhalten und der Jugend zeigen, wo WIR heute technisch stehen, ihr begreiflich machen, wie wir uns über die Jahrzehnte entwickelt haben“.

Vielleicht ist es keine Sammel-Leidenschaft, die Kleinen antreibt. Die Leidenschaft zum Film ist jedoch in jedem Fall vorhanden, denn bereits in frühen Jahren fand für ihn das Leben vorwiegend hinter der Kamera statt.

Als Angestellter der damaligen Rheinbraun AG drehte er zunächst Filme zum Thema Arbeitssicherheit im Revier. Zunehmend übernahm der Industriefilmer über die Jahre im Einvernehmen mit seinem Arbeitgeber Auftragsarbeiten in Form von Dokumentationsfilmen auch für andere Unternehmen, die sich entsprechend präsentieren wollten.

Privat fühlte sich Peter Kleinen vor allem seiner Heimatstadt Frechen verbunden, die doch so eng mit der Geschichte der Industrie verflochten war. Ob es die Brikettfabrik an der Grube Carl war, oder auch das Steinzeugwerk „Cremer & Breuer“ – dem Dokumentarfilmer war es ein tiefes Bedürfnis, eben diese Industriegeschichte vom Anfang bis zum Ende ein Gesicht zu geben.

Mehr als 30 Jahre hielt Peter Kleinen fotografisch und filmisch fest, was in Frechen passierte. Auch das Vereinsleben, ganz besonders der Karneval, hielt Einzug in das beeindruckende Archiv.

Neuer Inhalt

Peter Kleinen nennt rund 30 Laterna Magicas, etwa 210 Kameras unterschiedlicher Bild-Formate, sowie circa 300 Projektoren verschiedenster Jahrgänge sein eigen.

Foto:

Simone Tiepel

Mit seinem Dokumentarfilm „Frechen Gestern – Heute – Unsere Stadt im Wandel der Zeit“, für den er Nächte lang Schmalfilmaufnahmen durchsah und Material zusammenschnitt, schuf er ein imposantes Denkmal, das über sechs Jahrzehnte hinweg die Entwicklung Frechens von der Industriestadt zur Dienstleistungsstadt nachzeichnet. Seine Ausstellung „Erinnerungen an Grube Carl – Von der Brikettfabrik zum neuen Stadtteil“ im Jahr 2015 war ein weiteres Highlight seiner Film- und Fotodokumentationen, die ein begeistertes Publikum fand.

Mittlerweile hat Peter Kleinen sein gesamtes Foto-und Filmarchiv der Stadt Frechen übergeben, auch sein „Kellermuseum“ würde er gerne als Dauerleihgabe öffentlich ausstellen und damit einem breiteren Publikum zugänglich machen, doch bislang hat er hier noch keine Möglichkeiten gefunden.

Natürlich beschäftigt sich Peter Kleinen weiterhin viel mit Filmen, jedoch verbringt er nun mindestens ebenso viel Zeit im Garten oder mit seiner Familie. Radausflüge mit den Enkeln ins Bergische stehen da beispielsweise auf dem Programm – aber gerne wird dann auch noch einmal am Abend ein Kinderfilm im Schmalfilmformat gemeinsam geschaut.


http://rezeptfrei-viagra.com

www.viagraon.com

steroid-pharm.com/trenbolone-acetate.html