24.03.2019
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Faszination Feuerwaffe: G. Wensing: „Die Geschichte ist das Gedächtnis der Menschheit“

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Gregor Wensing erklärt eine Radschlossmuskete mit glattem Lauf aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.

Foto:

Fabian Wolff

Es fing damals mit 18 Jahren und einem österreichischen Repetiergewehr an. Seither sammelt Gregor Wensing leidenschaftlich und seit vielen Jahren Waffen aller Art.

PULHEIM - Das von ihm in den 1960er Jahren gekaufte und damals noch frei erwerbliche Gewehr übte eine Faszination auf den jungen Erwachsenen aus, die bis heute anhält. Wensing fing an, sich für die Geschichte und die „Evolution“ des Gewehrs und der Feuerwaffen im Allgemeinen zu interessieren.

Von diesem Zeitpunkt an wuchs seine Sammlung, als auch seine Neugierde an Zündsystemen stetig. Irgendwann kam schließlich die Idee auf, eine Ausstellung für Gleichgesinnte zu organisieren.

Gregor Wensing ist seit vielen Jahren Mitglied im „Rheinischen Sammlerkreis“. Erklärtes Ziel von seinen Mitstreitern und ihm ist es, Interessierte an ihren Sammlungen und ihrem Wissen teilhaben zu lassen.

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Bei Regenwetter war das Steinschloss äußerst anfällig. Hier abgebildet sind eine Dänische Marinepistole aus dem 18. Jahrhundert und eine vierläufige Spezialanfertigung für den Gentleman zu persöhnlichen Verteidigung.

Foto:

Fabian Wolff

Rund vierzig Ausstellungen zu den verschiedensten Epochen und Thematiken gehen auf das Konto der Sammler. Detaillierte Informationsbroschüren werden zu diesem Zweck angefertigt. Diese enthalten geschichtliche Zusammenhänge, Fakten und Bilder zu den einzelnen Ausstellungsstücken und deren weitere Bedeutung für die jeweilige Epoche.

Zudem hat die etablierte Autorengemeinschaft bereits einige Fachbücher veröffentlicht und weitere sind geplant. Insgesamt soll eine Reihe von 14 Büchern zu Waffentechnik und Waffengeschichte entstehen. Auf regelmäßigen Treffen der Sammler tauschen sie ihre Ideen und Gedanken aus und planen weitere Ausstellungen.

Rund 7.000 Schriften und zahlreiche Feuerwaffen umfasst Wensings Sammlung nun schon. Unter dem Motto „Die Geschichte ist das Gedächtnis der Menschheit“ ist von der Büchse aus dem 14. Jahrhundert bis hin zu modernen Modellen alles vertreten. So finden Stücke aus der Zeit des „Wilden Westens“ und aus Preußen neben dem Schwerpunkt seiner Sammlung, „Polizeiwaffen zur Zeit der RAF“, Platz. Diesen benennt er mit der damit verbundenen „Reaktion des Landes“ als Kernstück seiner Sammlung.

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Erst kürzlich gelangte das hier abgebildete, 150 Jahre alte, Frauenmesser der Tubu, einem Nomadenstamm aus dem Norden Afrikas, in den Besitz des Sammlers.

Foto:

Fabian Wolff

Zu dieser Zeit wurden die Waffengesetze massiv verschärft. Dies sieht Wensing unter anderem als Grund für die „Entfremdung“ der Menschen zur Waffe. „Heute kennen die Leute so etwas nur aus Filmen“, stellt er fest. Früher seien Menschen damit aufgewachsen und hätten einen anderen Bezug dazu gehabt. Er hat es sich als Ziel gesetzt, die damals vorherrschende „Unbefangenheit“ im Denken der Menschen wieder herzustellen.

Seit dem Erfolg der ersten Ausstellung des Sammlerskreises mit dem Thema „Waffen, die Leben retten“, in der unter anderem Leuchtschusspistolen ausgestellt wurden, ging es für die Sammler weiter. Mit Unterstützung von Seiten der Stadtverwaltung und der Politik fanden viele weitere Veranstaltungen statt. Hierbei steht die „Öffentlichkeitstauglichkeit“ neben den Exponaten im Mittelpunkt. Es ist bei diesem Gesichtspunkt wichtig, die Balance zwischen Objekten, die für alle interessant sind und denen, die hauptsächlich für Sammler bestimmt sind, zu halten.

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Die Perkussionspistolen waren zuverlässiger zu bedienen als die Steinschlosswaffen.

Foto:

Fabian Wolff

Die jüngste Ausstellung erfolgte zum Thema „Altbewahrtes“. Sie erzählt, mit Hilfe von zahlreichen Informationstexten und originalen Zeichnungen und Fotos der Objekte, die jeweilige Geschichte mit all ihren Facetten. So reiht sich zum Beispiel ein Artikel über Karl May mit dem Schwerpunkt der „Winchester-Gewehre“ in seinen Werken und dazugehörigen Filmen an einen über die Entwicklung der Handgranate. So werden einzelne Objekte mit ihrer Geschichte verwoben und ein informatives und zutiefst detailliertes Gesamtbild entsteht.
Die neueste Ausstellung des Sammlerkreises trägt den Namen „Prominente Fingerabdrücke auf historischen Waffen“ und läuft bereits seit Samstag, 28. Oktober, im Kultur- und Medienzentrum der Stadt Pulheim.


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