20.03.2019
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Mein Hobby: Ballonfahren: Unterwegs in luftiger Höhe

In luftiger Höhe im Heißluftballon fühlt sich Pilot Stefan Pack, hier mir Crew-Mitglied Britta Ammann, sehr wohl und kann - trotz der nötigen Konzentration - gut abschalten.

In luftiger Höhe im Heißluftballon fühlt sich Pilot Stefan Pack, hier mir Crew-Mitglied Britta Ammann, sehr wohl und kann - trotz der nötigen Konzentration - gut abschalten.

Foto:

Andrea Eischeid

Oberberg -

„Wenn ich im Ballon fahre, dann ist das für mich die beste Möglichkeit zum Abschalten vom Alltag und zum Runterkommen. Ich kann einfach das Tun genießen“, schwärmt Heißluftballon-Pilot Stefan Pack über sein Hobby.

Seine erste Fahrt als Passagier in einem Ballon des Ballonsport-Clubs Nümbrecht erlebte er am 4. Oktober 1985 - und war „infiziert“. „Wenn Du Hilfe brauchst, dann komme ich jederzeit und helfe,“ so Stefan Pack zu seinem damaligen Piloten. Schon am nächsten Tag wurde er gerufen und seitdem lässt ihn das Ballon-Fieber nicht mehr los. 1987 trat er in den Verein ein und ist heute erster Vorsitzender.

Am 24. Juni 1989 erwarb der 57-Jährige seinen Pilotenschein. Dafür sind unter anderem ein Gesundheitszeugnis (Fliegertauglichkeit), ein polizeiliches Führungszeugnis - Punkte in Flensburg darf man nicht haben - sowie eine Sprechfunklizenz nötig.

Nach bestandener Prüfung konnte Stefan Pack als Pilot ab sofort alleine „in die Luft gehen“. Das tut er oft und gerne. Rund 1.100 Fahrten gehen mittlerweile auf sein Konto, das sind rund 15.000 gefahrene Kilometer in rund 1.500 Stunden.

Bevor ein Heißluftballon abhebt, gibt es viel zu tun. Vom Auftanken der Propangasflaschen über das Ausladen von Ballonhülle, Korb und restlichem Zubehör am Startplatz bis hin zum Aufrüsten des Ballons können locker ein bis eineinhalb Stunden vergehen. Dazu sind viele Hände nötig. „Ohne Crew ist der Pilot gar nichts“, betont Pack immer wieder, „darum fahren die Helfer abwechselnd regelmäßig als Dankeschön im Korb mit.“

Ist der Ballon bereit zum Abheben, lösen die Helfer das Sicherungsseil und es geht los. Eine unbeschwerte Fahrt - es heißt nicht Flug - im Heißluftballon mit der Kennung D-ONAE kann beginnen.

Unsere Mitarbeiterin Andrea Eischeid kam in den Genuss einer Ballonfahrt - und entschwebte vom Kurpark Nümbrech in Richtung Sieg, bei tollsten Wetterbedingungen und zeitweise einer Höhe von 1.150 Metern.

Mein Ballonpilot hat Geschwindigkeit, Höhe und alle anderen Dinge stets im Auge, ebenso wie die vier Propangasflaschen an Bord, von denen er gerne am Ende einer Fahrt immer eine volle übrig hat, wie er verrät. Sicherheit ist das Wichtigste beim Ballonfahren.

Die Ruhe in der Höhe und die Aussicht von oben sind fantastisch und mit Worten nicht zu beschreiben. Zeitweise ist ein „Gespräch“ mit den Menschen in ihren Gärten möglich, die bei dem warmen Wetter gerne mit Getränken aushelfen würden - wäre nur der Höhenunterschied nicht.

Aus dieser Perspektive kennen viele die Heißluftballone, doch den Blick aus dem Korb genießt nur ein kleiner Personenkreis.

Aus dieser Perspektive kennen viele die Heißluftballone, doch den Blick aus dem Korb genießt nur ein kleiner Personenkreis.

Foto:

Eischeid

Zu schnell vergeht so eine Stunde in der Luft - dann wird gelandet; meistens sanft und perfekt, so auch dieses Mal. Schnell versammeln sich viele Menschen und stellen Fragen zum Ballon, dem Korb, der Ausrüstung, die bereitwillig beantwortet werden.

Dann wird auf das Verfolgerfahrzeug mit der Crew gewartet und gemeinsam geht es daran, die Luft aus dem Ballon zu bekommen, die Hülle wieder in den Hüllensack zu packen, den Korb und die Gasflaschen in den Anhänger zu laden.

„Wenn der Anhänger zu ist, dann ist für mich die Ballonfahrt vorbei“, so Stefan Pack. Dann wird erstmal mit einem Getränk angestoßen und wenn jemand seine erste Fahrt gemacht hat, wird der „Neuling“ nach alter Zunft und Sitte mit Feuer, Sekt und Erde auf seinen Ballonfahrernamen getauft, in diesem Fall: „Großherzogin Andrea, aus den grünen Wiesen emporgestiegene, flott gen Süden durchs Luftmeer gleitende Abendlerche in den Auen der Sieg“ und wird damit in den Adelsstand der Ballonfahrer aufgenommen.

Alles in allem kann eine Ballonfahrt um die vier bis fünf Stunden dauern. Ein tolles Erlebnis!

Ballon und Zubehör gehören dem Ballonsport-Club Nümbrecht. Durch gesponserte Kostenteilungsbasis können die Ballons fast kostenlos genutzt werden. Dafür sorgt unter anderem die AggerEnergie, die auch den D-ONAE gesponsert hat. Aktuell gehören drei Ballone dem Verein. Sie halten jeweils rund 500 bis 700 Stunden. „Weil wir sehr pfleglich damit umgehen“, betont Pack.

Der Ballon aus Polyesterstoff wiegt rund 144 Kilogramm. Ballon, Passagiere und Korb dürfen nicht mehr als maximal 999 Kilogramm wiegen.

Ballonfahren ist das ganze Jahr über möglich. Alleine im Oberbergischen gibt es mehrere Ballonvereine, etwa die Bergischen Ballonfahrer Wiehl oder der Ballon Sport Club Reichshof.

Beim Ballonsport gibt es große Nachwuchsprobleme, der Landesverband fördert die Jugendlichen. Wer Interesse hat, melde sich beim Ballonsport-Club Nümbrecht, Stefan Pack, Tel. 0 22 93/13 01 oder 01 75/2 01 10 54.


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