22.05.2019
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Uhrensammler: Im Hause Faßbender wimmelt es von wahren Zeitzeugen

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Es wird langsam eng im Hause Faßbender. Deshalb ist er schon seit einiger Zeit auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für ein Uhrenmuseum.

Foto:

Simone Tiepel

KENDENICH -

(st). Wenn man das Haus von Peter Faßbender und seiner Frau Christa betritt, weiß man zunächst nicht, wo man hinschauen soll. Es scheint wirklich aus allen Ecken ein rhythmisches Ticken ans Ohr zu gelangen und zur vollen Stunde füllen durchdringende Glockenklänge den Raum. Wo das Auge hinblickt - Uhren, Uhren und nochmal Uhren.

Von der zierlichen kleinen Wanduhr bis hin zum wuchtigen Kirchturm-Uhrwerk gibt es hier eigentlich nichts, was es NICHT gibt. Und jede Uhr hat eine Geschichte, die Peter Faßbender auf fesselnde Art und Weise zu erzählen weiß. Ja, man hört ihm gerne zu, denn aus jedem seiner Worte spricht eine große Leidenschaft – die Uhren sind weit mehr als „nur" ein Hobby – sie sind eine echte Passion. Gut, dass Ehefrau Christa diese Passion ihres Mannes auch ein Stück weit teilt, hat sie doch deren Anfänge hautnah miterleben dürfen.

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Eine beachtliche Sammlung hat Peter Faßbender aufgebaut. 

Foto:

Simone Tiepel

Begonnen hatte alles vor über 40 Jahren mit einer Taschenuhr, die der Auftakt einer ganzen Sammlung werden sollte, der sich schon bald darauf eine große Zahl von ganz besonderen Armbanduhren anschloss. Doch mit dem Sammeln allein gab sich Peter Faßbender nicht zufrieden – die ersten kleinen Instandsetzungen folgten. Obwohl er von Haus aus eigentlich in der Energiebranche tätig war – er eignete sich alle Fertigkeiten der Uhrmacher-Kunst in Eigeninitiative bei und fertigte alsbald sogar seine eigenen Uhren – echte Liebhaberstücke.

Mit den Jahren entdeckte der Uhren-Liebhaber schließlich eine ganz neue Dimension für sich, für die bis zum heutigen Tag sein Herz in besonderem Maße schlägt: die Kirchturmuhr. „Viele meinen ja", so Faßbender, „dass die Kirchturmuhr lediglich aus dem riesigen Ziffernblatt besteht. Doch weit gefehlt! Das eigentliche Herzstück der Uhr ist das Uhrwerk, welches im Kirchturm steht und die Zeiger antreibt." Und genau dieses Herzstück hat es dem Sammler angetan. Mittlerweile hat er auf der Suche nach den interessantesten historischen Zeitzeugen eigentlich nahezu alle europäischen Länder bereist. Und sich natürlich von Antikmärkten und aus Sammlerkreisen einige ganz besondere Stücke mit nach Hause gebracht, die er in vielen, mühseligen Arbeitsstunden liebevoll restauriert hat.

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Viele besondere Exemplare hat  Peter Faßbender von Antikmärkten und aus Sammlerkreisen zusammengetragen.  

 

Foto:

Simone Tiepel

„Ich widme meine Zeit der Zeit", sagt Faßbender nicht ohne Stolz. Zu Recht, denn im Laufe der Jahre hat er sich in Fachkreisen einen Namen als Kirchturmuhr-Experte und -restaurator gemacht. Seit 1990 schreibt er Berichte in Fachbüchern, seit 2013 publiziert er regelmäßig in der Fachzeitschrift „Zeit und Zeichen", in der er auch redaktionell tätig ist. Er ist Mitglied des „Kölner Uhrenkreises" und der „Deutschen Gesellschaft für Chronometrie", dort im wissenschaftlichen Fachkreis mit Schwerpunkt Turmuhren. Auch ist er als Uhrenhistoriker für Vorträge im Kölner Umland gefragt.

Peter Faßbenders Sammlung ist wirklich beachtlich. Ganz besonders stolz ist er auf sein „jüngstes" Objekt, für das er kürzlich bis nach Bregenz gefahren ist. Es ist gleichwohl auch das älteste Turm-Uhrwerk seiner Sammlung, das aus dem Jahr 1860 stammt und von Wendelin Jäger gebaut wurde – seinerzeit berühmtester Turmuhrmacher Tirols.

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Mit einer Taschenuhr begann die große Leidenschaft für die Zeitmesser in allen Größen: Von der Armbanduhr bis zur Kirchturmuhr.

Foto:

Simone Tiepel

Zugegebenermaßen wird es allerdings so langsam ein wenig eng, denn die Uhrwerke nehmen schon einiges an Platz in Anspruch. Außerdem würde Faßbender seine Sammlung gerne auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen, weshalb er schon eine Weile auf der Suche nach entsprechenden Ausstellungsräumen ist. Ein ganz besonderer Traum wäre natürlich ein eigenes kleines Museum. Faßbender wären dahingehende Vorschläge bzgl. Räumlichkeiten sehr willkommen (Kontakt: [email protected]). Eine solch gelebte Leidenschaft hätte es sicher verdient, entsprechende Beachtung zu finden!


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