22.05.2019
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Badewelt Euskirchen: Abseits der traumhaften Palmenwelt

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Sven Natrop und sein Team sind dafür verantwortlich, dass in der „Thermen und Badewelt Euskirchen“ alles reibungslos abläuft.

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Petra Grebe

Euskirchen -

Wie viele Kilometer an Kabeln und Rohren verlegt wurden, weiß Sven Natrop nicht, obwohl er beim Bau der „Thermen und Badewelt Euskirchen“ dabei war. Es dürften etliche Kilometer sein, vermutet der Leiter der Teamtechnik.

Sven Natrop und sein Team sind dafür verantwortlich, dass oben im Bad alles reibungslos abläuft. Dass die Wasserqualität stimmt, die Saunen die richtige Temperatur, die Solebecken die passende Menge Salz haben und die Palmen gut gewässert und belüftet sind! Und während die Gäste in aller Ruhe ihre Bahnen ziehen, sich auf den Liegen entspannen und in den Saunen schwitzen, sind die Technik-Mitarbeiter unter und über den Becken unterwegs.

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Der Blick hinter die schöne Welt der Palmen und Badeidylle ist faszinierend und - zumindest für Laien - verwirrend zugleich.

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Petra Grebe

Der Blick hinter die schöne Welt der Palmen und Badeidylle ist faszinierend. In der ersten Etage befindet sich die Lüftungstechnik. Schließlich müssen die Saunen auf Temperatur gebracht werden und die Ankleiden und die Badewelt müssen gut belüftet sein. Jeder Bereich hat dabei seine eigene Lüftungsanlage.

Eigentlich sind es riesige graue Kästen, in denen sich die Lüftungsanlage befindet, von außen völlig unspektakulär und computergesteuert. Alles ist zweimal vorhanden, damit bei einem Stromausfall zur Not eine Anlage den Betrieb aufrechterhalten kann. Auch für die Entrauchung im Brandfall wird die Anlage genutzt. Die Luft wird in Schächten unter dem Becken zur großen Glasscheibe geleitet. Von dort wird es an den Scheiben entlang nach oben gepustet - auf diese Weise stimmt das Klima für die Palmen.

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Schwimmen verboten! Der See auf dem Außengelände der „Thermen und Badewelt“ dient als Regenrückhaltebecken und der Feuerwehr als Wasserreservoir für den Brandfall.

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Petra Grebe

Temperatur, Luftqualität und Luftfeuchtigkeit müssen stimmen. Im Bad herrscht eine Feuchte von 60 bis 65 Prozent - damit die Palmen sich wohl fühlen. Rund 500 Gewächse sorgen für die karibische Atmosphäre, doch sie sind auch empfindlich. Ein Betonschacht pro Pflanze reicht bis in den Keller, denn jede Palme wird einzeln versorgt. Dort kann Sven Natrop genau sehen, ob die Palme noch etwas Wasser braucht oder lieber ein wenig belüftet werden möchte. Aber auch hier wird alles automatisch geregelt. Über einen Fühler werden Wasser- und Luftzulauf gesteuert.

Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die Sven Natrop und sein Team tagein tagaus leisten. Nicht nur die Luftqualität muss stimmen, in einer Badewelt ist natürlich auch die Wasserqualität von entscheidender Bedeutung. Das Chlor wird im Haus selbst erzeugt. Sie bräuchten dadurch nicht mit Flüssigchlor hantieren, erklärt Natrop. Gereinigt wird das Wasser aber hauptsächlich mit Ozongas. Dadurch kann der Chlorgehalt gering gehalten werden und das Wasser wird zu einhundert Prozent gereinigt. Der Nachteil: die Materialien sind teurer.

Für den Betrieb ist natürlich auch jede Menge Energie notwendig. Dafür verfügt die Badewelt über ein eigenes Blockheizkraftwerk. Schließlich möchten die Badegäste nicht in kaltem Wasser baden. Der Strom, der nicht zum Heizen genutzt wird, fließt ebenfalls ins eigene System, so dass kaum Strom hinzugekauft werden muss.

Auch beim Wasser gibt es keine Verschwendung. Die Badewelt bekommt Brunnenwasser und bereitet es mittels der eigenen Filteranlage für die Duschen und die Wasserbecken auf. Das Wasser wird kontinuierlich gewechselt - pro Badegast werden etwa 30 Liter Frischwasser zugeführt. Der Wasserbedarf liegt bei einem durchschnittlichen Besucherandrang bei rund 65 Kubikmeter pro Tag.

Die Wasserqualität wird regelmäßig in den Katakomben überprüft. Der PH-Wert muss stimmen, ebenso der Redox-Wert. Er steht dafür, wie schnell ein Keim vom Chlor zerstört wird. Außerdem müssen Chlorgehalt und Temperatur überprüft werden.

Das verbrauchte Wasser läuft dann wieder durch eine Filteranlage und landet am Ende im großen See. Viele Badegäste hätten schon angefragt, ob sie dort schwimmen dürften, doch sei nicht möglich, erklärt Natrop. Der See dient als Regenrückhaltebecken und der Feuerwehr als Wasserreservoir für den Brandfall. Allerdings können die Besucher mit einem kleinen Boot auf dem See herumfahren.

Ein Strand wurde angelegt und Liegen aufgestellt – einem erholsamen Tag steht also nichts im Wege. Zum Entspannen gehören auch die Solebecken. 18 Prozent beträgt der Soleanteil, für die Technik bedeutet dieser Salzgehalt hohe Anforderungen. Die Salzwasserlösung wird in der Badewelt selbst hergestellt, pro Tag sind dafür 200 Kilogramm Totes Meer Salz notwendig. „Das Einfüllen geht allerdings nicht automatisch, das müssen wir per Hand erledigen“, erklärt Natrop.

Prinzipiell ist die gesamte Anklage manuell steuerbar. Dies sei jedoch nicht ganz einfach, gibt der gelernte Elektriker zu, und ganz alleine auch kaum machbar. Viel Erfahrung und genaue Kenntnisse über die gesamte Steuerung seien dafür notwendig.

An alles wurde gedacht - auch an den Hochwasserschutz, denn die Erft ist nicht weit entfernt. Die ganz empfindlichen Geräte stehen - je nach Standpunkt – leicht erhöht. Als Richtwert wurde der Wasserstand des letzten Jahrhunderthochwassers genommen.


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