22.05.2019
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Durchblick behalten: 2.200 Kilometer Autobahn werden zentral aus Leverkusen gesteuert

In der Straßen.NRW-Verkehrszentrale in Leverkusen werden aktuelle Verkehrslage, Infrastrukturdaten und Baustelleninformationen zusammengeführt.

In der Straßen.NRW-Verkehrszentrale in Leverkusen werden aktuelle Verkehrslage, Infrastrukturdaten und Baustelleninformationen zusammengeführt.

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Gabi Knops-Feiler

Leverkusen -

Wer – außer Insidern – weiß schon, dass das gesamte nordrhein-westfälische Autobahnnetz aus Leverkusen gesteuert wird? Und doch ist es so, seit die Verkehrsbehörde Straßen.NRW 2013 das Herz der Verkehrszentrale zur Bonner Straße 70 im Stadtteil Opladen verlegt hat. Warum in Leverkusen?

"Hier ist ein Ballungsraum zwischen Köln und Düsseldorf, von hier ist alles gut zu erreichen“, begründet Dr. Hanno Bäumer, Leiter der Verkehrszentrale NRW. Carsten Halm ist einer der Herren über insgesamt 2.200 Autobahnkilometer.

Im Neubau werden neben Carsten Halm (Foto) weitere Kollegen auf mehr als 50 Monitoren den Verkehr beobachten.

Im Neubau werden neben Carsten Halm (Foto) weitere Kollegen auf mehr als 50 Monitoren den Verkehr beobachten.

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Gabi Knops-Feiler

Insgesamt 86 Mitarbeiter, je vier pro Schicht, sitzen an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr in der Leitzentrale und überwachen den Verkehr. Aktuelle Lage, Daten über Infrastruktur und Informationen über Baustellen fließen dort zusammen. „Wenn mir langweilig ist, dann geht es den Leuten da draußen gut“, beschreibt Halm. Mit anderen Worten: Wenn Halm nichts zu steuern oder zu regeln hat, dann fließt der Verkehr. Aber sobald ein Stau in seinem Zuständigkeitsbereich – in diesem Fall das Leverkusener Kreuz und die Autobahnen rings um Köln – entsteht, muss er reagieren. Dann passt der gelernte Straßenwart die Texte an, die Verkehrsteilnehmer wenige Sekunden später auf den großen, blauen Digital-Schildern über der Autobahn zu sehen bekommen. Das sind die so genannten dWiSta-Tafeln, das Wort steht für „dynamische Wechselwegweisung mit integrierter Stauinformation“.

Halm empfiehlt aber auch Strecken für eine Umleitung. Oder er gibt zeitweilig Standspuren frei, sobald er in der Kamera sieht, dass es sich an einer Stelle staut – eine ebenso bewährte wie effiziente Methode, um kurzzeitig auftretende Spitzenbelastungen beispielsweise bei Großveranstaltungen, Messen oder im Berufsverkehr durch die Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten zu bewältigen. Insgesamt 60 Monitore am Arbeitsplatz und neun große Wandbildschirme müssen der Mann aus Hürth und die anderen Beschäftigten in der Zentrale im Auge behalten.

Alles im Blick: Die Monitore zeigen den Mitarbeitern, ob der Verkehr flüssig läuft oder ob es sich staut.

Alles im Blick: Die Monitore zeigen den Mitarbeitern, ob der Verkehr flüssig läuft oder ob es sich staut.

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Gabi Knops-Feiler

Auf insgesamt 540 Autobahnkilometern hat die Verkehrszentrale weitere Möglichkeiten zur Streckenbeeinflussung. Telematik ist der Oberbegriff über das System, bei dem Daten über den aktuellen Verkehrsfluss sowie die jeweiligen Umweltbedingungen wie Sichtweite, Niederschlag oder Temperatur gewonnen und bewertet werden. Es ist nichts anderes als „Steuerung auf Distanz“.

Kein anderes Bundesland setzt zur Stauvermeidung so stark auf elektronische Verkehrssteuerung wie Nordrhein-Westfalen. Denn während die Anzahl der Fahrzeuge stetig ansteigt, lässt sich das Straßennetz in Nordrhein-Westfalen nicht beliebig ausbauen. Wer Mobilität erhalten und Staus vermeiden will, muss den Verkehr so steuern, dass freie Strecken besser genutzt und der Verkehrsfluss harmonisiert werden.

In den kommenden Jahren werden auf 135 Kilometern des Autobahnnetzes weitere Streckenbeeinflussungsanlagen installiert. Sie geben – je nach Verkehrssituation – die Geschwindigkeiten vor und warnen vor Staus, schlechtem Wetter und Baustellen. Die Unfallquote soll durch den Einsatz der Anlagen um bis zu 30 Prozent gesenkt werden.

Den Zufluss auf die Autobahn steuern „Zuflussregelungsanlagen“ – Ampeln, wie sie schon seit Jahren beispielsweise in Leverkusen an der Zufahrt zur A3 zu finden sind. Aktuell sind 97 von bundesweit 104 dieser Anlagen in NRW installiert.

Seit die Organisation für Verkehrsmanagement in Leverkusen gebündelt wurde, ist das Haus ein Provisorium. Neuerdings gibt es die Zusage für einen Neubau. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst überbrachte sie bei seinem Antrittsbesuch. Der Bund investiert von 9,5 Millionen Euro. „Damit kann die Verkehrszentrale raus aus ihren beengten räumlichen Verhältnissen und sich für die Zukunft rüsten“, sagte Wüst. Der Baubeginn ist für Sommer 2018, die Fertigstellung für 2020 geplant. Künftig wird der Verkehr also noch besser aus Leverkusen gelenkt.

Gruppenbesuche in der Verkehrsleitzentrale sind nur nach Anmeldung (Tel. 02171/58086-0) möglich.


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