26.03.2019
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Raus aus dem Dornröschenschlaf: Axel Schönfelder erweckt seine Burg Dattenfeld

Im Stundenrhythmus führte Burgherr Axel Schönfelder die Gruppen durch die Burg.

Im Stundenrhythmus führte Burgherr Axel Schönfelder die Gruppen durch die Burg.

Foto:

Schmidt

Dattenfeld -

Lebendig, voller Ideen und behutsam im Umgang mit seiner „alten Dame“, der Burg Dattenfeld, so lässt sich Axel Schönfelder in Kurzform beschreiben. Der 53 Jahre alte Unternehmer aus Sankt Augustin hatte schon immer ein Faible für altes Gemäuer. Als die Burg in der Gemeinde Windeck zum Verkauf stand, war es beim ersten Anblick um ihn geschehen. Im vergangenen Jahr wurde „die alte Dame“, wie er sie liebevoll nennt, die Seine.

Zum ersten Mal durfte die Öffentlichkeit nun das Innenleben besichtigen. Alle sieben Führungen, bei denen der Hausherr persönlich seine Zukunftspläne an einem Sonntag vorstellte, waren vollständig ausgebucht. Je 20 Personen pro Gruppe genossen den Rundgang durch die Burg. Teilnehmer Willy Hinz hatte als Kind dort gespielt, seine Partnerin Annette Wirths und andere Teilnehmer aus der Umgebung hatten noch nie Bekanntschaft mit der Burg gemacht.

Hausherr Axel Schönfelder.

Hausherr Axel Schönfelder.

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Schmidt

Wie eine Symbiose präsentierten sich Schönfelder und das herrschaftliche Haus. „Die ,alte Dame‘ durfte 400 Jahre lang den Menschen keine Freude machen. Sie freut sich, jetzt ihre Strahlkraft voll zu entfalten. Besitz bedeutet für mich, dass jeder daran Freude hat“. Am heutigen Eingang zum Haus beginnt die Führung. „Es handelt sich um einen Anbau, früher lag er auf der gegenüberliegenden Seite, wo er in Zukunft wieder sein wird. Ursprünglich wurde das Haus quadratisch gebaut, Anbauten und Türme kamen später dazu. Ich möchte jeden Raum entsprechend seiner Bauzeit zurückbauen“. Ab etwa 1660 verliert sich für 200 Jahre die Geschichte des Hauses. Ein Archäologe hilft bei der Bestimmung, was wann wo war.

Schlafen wie bei „Königs“.

Schlafen wie bei „Königs“.

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Schmidt

Im umgebenden Park hat Schönfelder tonnenweise Baumwurzeln entfernen lassen, um die Anlage ebenerdig zu gestalten. Im ehemaligen Hühnerhaus soll eine Küche aus dem 17. Jahrhundert mit Backstube entstehen. Die Terrasse ist ganz neu, dort findet gerade ein Barbecue-Seminar statt. „Die Bewirtschaftung wird die Kosten nie decken“, so der Eigentümer, „aber das ist mir egal“. Schönfelder hat sechs Unternehmen, die Burg ist seine Herzenssache, bei der die Wirtschaftlichkeit nicht im Vordergrund steht. „Ich will sie begleiten, damit etwas bleibt und später eine Stiftung gründen“. Begrünt werden soll auch der verkümmerte Park. Beim Freilegen des Steingartens wurde ein ehemaliges Wasserbecken gefunden. Antiquitäten aus der Burg sollen in den Boden einlassen und unter Glas beleuchtet werden, ebenso wie schon jetzt die Burg nachts in wechselnder Beleuchtung erstrahlt. Dann geht es in den sogenannten Rittersaal im Haus. „Hier hat immer die Kommunikation stattgefunden“, berichtet Schönfelder. Eingerichtet sei die Burg noch mit beim Kauf übernommen Antiquitäten, doch die sollen zum größten Teil verkauft werden, da sie meist portugiesischen Ursprungs sind. In Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum in Altwindeck möchte er versuchen, sie durch Originalmöbel der Zeit zu ersetzen. Ein Problem sei die Feuchtigkeit bei dem Bau aus Grauwacke. „Wir müssen auch im Sommer heizen“.

Zwei Originalstühle dürfen im „Rittersaal“ bleiben, das übrige Mobiliar wird nach und nach durch Originalmöbel aus der Zeit ersetzt werden.

Zwei Originalstühle dürfen im „Rittersaal“ bleiben, das übrige Mobiliar wird nach und nach durch Originalmöbel aus der Zeit ersetzt werden.

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Schmidt

Erhalten bleiben die 100 Jahre alten holländischen Kacheln im Speiseraum, auch die Durchreiche aus der Küche und ein Speiseaufzug in die obere Etage. Das Haus besteht aus vorwiegend nicht allzu großen Räumen. An den Türrahmen lässt sich erahnen, wie klein die Menschen damals waren. Der Vorbesitzer hat die meisten Räume als Gästezimmer gestaltet und mit Duschen und Bad ausgestattet. „Sanitäreinrichtungen, Strom, Wasser, darauf wollen wir nicht verzichten, aber es soll beim Rückbau behutsam neu eingebaut werden. Meine alte Dame und ich entscheiden Schritt für Schritt, wie restauriert wird“. In einem Baustellenraum zeigt Schönfelder einen frisch freigelegten Durchgang sowie einen alten, auf dem Dachboden gefundenen Lehmwickel. Die sollen zur Isolierung des Daches wieder Verwendung finden. Die Besucher dürfen alle Räume, sogar das Privatgemach des Hausherrn, durchstreifen. Simone und Siggi Geppart sowie Beate Patt sind Nachbarn und nach der Führung überzeugt: „Was er erzählt, hat Hand und Fuß, er wird etwas Schönes aus der Burg herauskitzeln“.

„Was wir heute brauchen sind ,good news‘„, verabschiedete der Hausherr die erste Gruppe mit dem Hinweis, dass 2019 der 400. Geburtstag der alten Dame gefeiert wird. Die Führungen waren kostenlos, gebeten wurde um eine Spende zugunsten des Heimatmuseums in Altwindeck.


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