22.05.2019
Die Wochenzeitungen im Rheinland - die meisten svazhie Nachrichten, Sortierung nach Datum

Vom Bergwerk zum Golfplatz: Ein Lokalhistoriker gewährt Einblick

Der Lüderich. Mit Förderturm und Golfer-Skulptur treffen hier Vergangenheit und Gegenwart aufeinander.

Der Lüderich. Mit Förderturm und Golfer-Skulptur treffen hier Vergangenheit und Gegenwart aufeinander.

Foto:

Klinkhammels

Overath-Steinenbrück -

Die hoch moderne Driving-Range war nicht immer hier zu finden. Das Bistro ebenso wenig. Keine 40 Jahre ist es erst her, da schloss das Erzbergwerk seine Tore. Bis zum Golfplatz war es noch eine ganze Weile. 1978, als die Grube Lüderich für immer geschlossen wurde, dachte noch niemand daran, hier oben neben dem Förderturm eine Golfanlage entstehen zu lassen.

Neuer Inhalt

Das Barbarakreuz ragt weit über die Overather Hügel hinaus.

Foto:

Klinkhammels

Es war ein langer Weg vom Bergwerk, das um 1856 erstmals seine Arbeit aufnahm, bis zum Golfsport. Erst im Jahre 2000 entstand der Golfclub am Lüderich, dessen Wahrzeichen der zweitälteste Förderturm Deutschlands ist.

Neuer Inhalt

Die Mariengrotte im ehemaligen Luftschutzbunker. Hier befindet sich die Marienstatue in einem lichtdurchflutenden Schacht, der früher als Notausstieg des Bunkers diente.

Foto:

Klinkhammels

Hier in Steinenbrück dreht sich auch heute noch – zumindest was Straßennamen und Ortsbezeichnungen angeht – alles oder zumindest vieles um den Bergbau. Wer sich die Zeit nehmen möchte, der wandert vom Standort der Erzaufbereitung Steinenbrück (1856 bis 1896), nahe dem heutigen Aldi-Parkplatz, über die Römerstraße – die nicht wegen der alten Römer sondern nach einem ehemaligen Obersteiger namens Römer, der während des 1. Weltkrieges den Bau der Barbara-Kirche voranrieb - zum Auguststollen und zum Gelände des Zentralschachts (1876 bis 1978). Dann geht es über die Schachthalde des Hauptschachts zum 15 Meter hohen Barbarakreuz, das 1997 auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Siegfried Raimann in Erinnerung an alle Bergleute dort als „Gipfelkreuz“ aufgestellt wurde. Auf dem Rückweg kann man einen Luftschutzbunker aus dem zweiten Weltkrieg (1939) besichtigen, der seit Mai 2011 eine Mariengrotte beherbergt. Zum Schluss gelangt man zum Hauptschacht (1896 bis 1978). Und genau dort, wo sich heute die Golfspieler auf den Weg zu den 18 Bahnen des Golfplatzes machen, steht noch der alte Förderturm des Hauptschachts, den man sogar erklettern kann. Das Golf-Bistro in der ehemaligen Halle der Fördermaschine kann den Ausflug kulinarisch abrunden.

Neuer Inhalt

Siegfried Raimann, rechts, und seine Frau begleiteten den Autor bei kühler Witterung durch die Geschichte des Bergbaus.

Foto:

Raimann

Wer Glück hat, trifft irgendwo auf den oben erwähnten Siegfried Raimann, viele Jahre im Overather Stadtrat, ehemaliger Bürgermeister (1994 bis 1999), lange stellvertretender Bürgermeister, mittlerweile 82-jährig und immer noch Wanderwart der Stadt Overath. Aber nicht nur das: er selbst fuhr drei Jahre lang als junger Mensch in die Grube ein und ist heute einer jener Zeitzeugen, die das Wissen um Lokalhistorisches bewahren und weitergeben. Ihm habe ich meinen tiefen Einblick in die Overather Bergbaugeschichte zu verdanken, den er mir während eines langen Spaziergangs vermittelte.


farm-pump-ua.com/

www.steroid-pharm.com

https://steroid-pharm.com