19.06.2019
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Altersvorsorge für Azubis?: Wann sich das Sparen lohnt

Azubis müssen nicht zwingend gleich von Beginn an für das Alter sparen. Sinnvoll kann es auch sein, erst einmal die aktuellen Bedürfnisse zu befriedigen.

Azubis müssen nicht zwingend gleich von Beginn an für das Alter sparen. Sinnvoll kann es auch sein, erst einmal die aktuellen Bedürfnisse zu befriedigen.

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Monique Wüstenhagen/dpa-mag

Mit der privaten Altersvorsorge sollte man früh beginnen - so viel ist klar. Aber müssen schon Azubis von ihrem ersten Geld für das Alter beiseitelegen?

„Nein, müssen sie nicht“, findet Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Altersvorsorge sei zwar wichtig, aber nicht immer der erste Punkt, der abgehakt werden muss.

„Wenn Sie zum Beispiel ein Auto brauchen, um zum Ausbildungsbetrieb zu fahren, kann das für Sie ein besseres Sparziel sein.“ Ein weiterer wichtiger Punkt: „Sie müssen erstmal einen Notgroschen beiseitelegen“, rät Nauhauser. Denn wenn das erste Auto mal in die Werkstatt muss, können oder wollen vielleicht nicht gleich die Eltern einspringen.

Die gute Nachricht: Azubis bekommen beim Vermögensaufbau möglicherweise Hilfe. „Viele Betriebe bieten Vermögenswirksame Leistungen“, erklärt Nauhauser. Dieses Geld zahlen Chefs zusätzlich zum Lohn, je nach Branche monatlich bis zu 40 Euro. Sechs Jahre wird in den VL-Vertrag eingezahlt, am Jahresende darauf kann der Sparer an sein Geld.

VL-Verträge gibt es unter anderem als Banksparplan, Bausparvertrag oder als Aktienfondssparplan. Beste Rendite­chancen bieten nach Ansicht der Stiftung Warentest Aktien. Sparer müssen allerdings mit Rückschlägen an den Börsen rechnen. Ein langer Atem hilft hier gegen Verluste.

Durch ihr meist geringes Einkommen haben Azubis zusätzlich Anspruch auf die staatliche Arbeitnehmersparzulage. Die Zulage von bis zu 80 Euro pro Jahr wird gezahlt, wenn Beschäftigte im Jahr weniger als 20.000 Euro verdienen. Bei gemeinsam veranlagenden Ehepaaren sind es 40.000 Euro. Hat der Sparer einen Bausparvertrag als Vermögenswirksame Leistung abgeschlossen, liegt die Einkom­mensgrenze bei 17.900 Euro (35.800 Euro bei Verheirateten). Hier gibt es 43 Euro im Jahr dazu.

Aktienfonds sind auch aus Sicht von Niels Nauhauser meist die beste Wahl für den Vermögensaufbau. „Riester-Verträge sind oft unrentabel“, urteilt der Abteilungsleiter Altersvorsorge, Banken, Kredite der Verbraucherzentrale. „Und betriebliche Altersvorsorge lohnt sich nur, wenn der Chef 30 Prozent oder mehr dazuzahlt.“ Ein wichtiger Punkt: „Das Geld ist bis zum Renteneintritt weg.“ Für Azubis bedeutet das schon mal einen Zeitraum von 40 Jahren. (dpa/mag)


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