21.05.2019
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Bade-Paradiese verbieten Sonnencreme : Was Urlauber tun können

Geht das, Hautschutz und Umweltschutz? Ja, nicht alle Sonnencremes stehen in Verdacht, dem Meer zu schaden. Noch besser ist: lieber auf textilen Schutz setzen und häufiger im Schatten bleiben.

Geht das, Hautschutz und Umweltschutz? Ja, nicht alle Sonnencremes stehen in Verdacht, dem Meer zu schaden. Noch besser ist: lieber auf textilen Schutz setzen und häufiger im Schatten bleiben.

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Christin Klose/dpa-mag

Der Pazifikstaat Palau wagt eine radikale Maßnahme zum Schutz der Umwelt: Bestimmte Sonnencremes sind auf der tropischen Insel ab Januar 2020 verboten, weil sie die Korallen beschädigen. Auf der Giftliste der Substanzen, die das Gesetz nennt, stehen etwa Oxybenzon und das in vielen hierzulande verkauften Cremes enthaltene Octocrylen. Palau könnte Vorreiter sein. Auch im US-Bundesstaat Hawaii gilt ab 2021 ein Verbot von Cremes, die Octinoxat oder Oxybenzon enthalten.

Tatsächlich stehen die Inhaltsstoffe bestimmter Sonnencremes im Verdacht, Korallen und Fische zu schädigen. Konkret geht es um chemische UV-Filter, vor allem Octinoxat und Oxybenzon. Das wirft die Frage auf: Wie können Urlauber ihre Haut schützen, ohne das empfindliche Ökosystem unter Wasser zu belasten?

Riffökologin Sonia Bejarano kennt die Wirkung von Octinoxat und Oxybenzon auf Korallen. Sie schädigten Zooxanthellen - einzellige Algen, die in Symbiose mit Korallenpolypen leben und ihnen Farbe und Energie verleihen. Dadurch tragen die Stoffe zum Ausbleichen der Steinkorallen bei, was teilweise oder vollständig zu deren Absterben führen kann, wie die Forscherin vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung in Bremen erklärt.

Obwohl die Forschungen nicht unumstritten sind, gebe es viele wirkungsvolle Alternativen zu solchen Cremes, sagt Prof. Rolf-Markus Szeimies, Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie im Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen. „In der EU generell gibt es eine Fülle an chemischen UV-Filtern, die für Sonnenschutz zur Verfügung stehen.“ Zwar enthielten einige Produkte einen der beiden Filter, doch wer diese vermeiden will, kann einfach auf der Verpackungsrückseite nachschauen.

Doch auch ein hierzulande verbreiteter UV-Filter kann nach Ansicht von Forschern Meeresbewohner schädigen: Octocrylen. Diesen Stoff fanden die Experten der Zeitschrift „Öko-Test“ im Frühjahr 2018 in mehr als der Hälfte der 27 getesteten Cremes. Octocrylen soll sich in lebenden Organismen wie Muscheln und Austern ansammeln und störe bei Fischen die Entwicklung von Gehirn und Leber.

Dermatologe und Allergologe Szeimies plädiert generell dafür, mehr auf textilen Schutz statt Cremes und Lotionen zu setzen. Wichtig sei die Dichte des Gewebes. Je enger und dicker die Maschen der Kleidung sind, desto weniger UV-Licht kommt durch. (dpa/mag)