24.03.2019
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Formel 1: GP von Australien: Ferrari startet "umlackiert" in die Saison

Sebastian Vettel mit Ferrari auf MissionWinNow- Foto Gorys

Neue Lackierung: Die Ferrari-Boiden von Sebastian Vettel (Foto) und Charles Leclerc mussten kurzfristig für den Saisonstart in Melbourne "umlackiert" werden.

Foto:

Lukas Gorys

Melbourne -

Die Formel 1-Teams und Fahrer konnten sich bei den jüngsten Testfahrten in Barcelona intensiv auf die neue Formel 1 Saison 2019 vorbereiten. Mit etlichen Cargo-Jumbos wurde dann die äußerst kostbare und rund 400 Tonnen schwere Luftfracht aller Teams samt den Boliden, Ersatzteilen, sowie der gesamten Boxen-Einrichtung, bis hin zum "Kommandostand" oder dem "Hospitality-Bereich" fürs Fahrerlager, ins australische Melbourne geflogen. Dort wird es jetzt am Sonntag erstmals ernst, wenn auf dem Stadtkurs im Albert Park die F1-Saison 2019 eröffnet wird.

Spätestens wenn die zwanzig Formel 1-Piloten ihre Boliden am Sonntag zur Startaufstellung rollen und FIA-Renndirektor Charlie Whiting um Punkt 16.10 Uhr Melbourne Ortszeit (06.10 Uhr MEZ) per Knopfdruck die roten Lichter der Startampel ausschaltet, ist Schluss mit sämtlichen Spekulationen und Theorien, welches Team wohl 2019 das beste Auto und Gesamt-Paket hat. Das wiederum Ferrari und Mercedes die Top-Favoriten auf den Weltmeister-Titel auch in dieser Saison sein werden, bezweifelt wohl kaum jemand.

Beim ersten Schlagabtausch in Melbourne zeigt sich aber jetzt, ob beide Top-Teams im Kräfteverhältnis gleichauf liegen, oder ob Ferrari tatsächlich die Nase vorn hat, wie noch zuletzt bei den Testfahrten in Barcelona. Schon vor dem Rennen steht aber fest, dass Ferrari mit kurzfristig "umlackierten Boliden" in Melbourne fährt. Der Schriftzug auf Front- und Heckspoiler der Roten, mit der Ansage "MissionWinNow", wurde kurzerhand entfernt, weil dieser Slogan auf "einer Idee" des Ferrari-Sponsors, dem Tabak-Konzern Philipp Morris, basiert und die sehr strengen australischen Gesundheitsbehörden offenbar verdeckte Tabakwerbung witterten. Ab dem zweiten Rennen in Bahrain will Ferrari aber den Slogan wohl wieder verwenden.

Aktuell überraschte auch die Meldung, dass schon ab dem Saisonstart in Melbourne ein Zusatz-WM-Punkt für den Fahrer mit der schnellsten Rennrunde unter den Piloten beim Zieleinlauf vergeben werden soll, die unter den ersten zehn ins Ziel kommen. Ähnliches hat es in den 50er Jahren schon einmal gegeben und könnte sich bei insgesamt 21 Rennen in der Schlussbilanz möglicherweise für den ein oder anderen Titelanwärter zusätzlich auszahlen.

Tatiana Calderon ist Testfahrerin bei Alfa Romeo F1-Foto Gorys_

Frauenpower: Tatiana Calderon ist Testfahrerin im Alfa Romeo-F1-Team und will mit einer Art "Fahrschule" zukünftig mehr weibliche Fahrerinnen für die Formel 1 fördern.

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Lukas Gorys

Einer dieser "Anwärter" könnte auch Max Verstappen sein. Ob der Niederländer sich im Red-Bull gemeinsam mit seinem neuen französischen Teamkollegen, dem "Rookie" Pierre Gasly, möglicherweise zwischen, oder gar vor Mercedes oder Ferrari einreihen kann, ist bislang nur "graue Theorie", könnte aber durchaus realistisch werden. Mit den neuen Honda-Motoren im Heck stehen die Chancen sehr gut, durchaus "mehr als die dritte Kraft" im Starterfeld zu werden.

Das könnte auch das ehemalige Sauber-Team werden, welches jetzt "Alfa Romeo-F1-Team" heißt, obwohl die Motoren von Ferrari geliefert werden. Der 39-jährige "Senior im Starterfeld", Kimi Räikkönen, ist als Ex-Weltmeister und langjähriger Ferrari-Teamkollege von Sebastian Vettel äußerst schnell und sehr erfahren. Bei den Tests brannte er Anfangs über 50 schnellste Runden vor Ferrari, Mercedes und Red-Bull in den Asphalt, am Ende hieß die Reihenfolge in Barcelona dann allerdings Vettel vor Hamilton und Leclerc.

Auf dem "Albert Park Circuit", rund drei Kilometer südlich vom Stadtzentrum Melbourne entfernt, wird seit 1996 der GP von Australien gefahren. Der Albert Park gehört zu den größten Parks der knapp fünf Mio. Einwohnermetropole und zu den ältesten Stadtteilen der Hauptstadt des Bundesstaates Victoria. Der Stadtkurs rings um den malerischen Albert-Park-Lake, wird zum Grand-Prix-Wochenende für den öffentlichen Straßenverkehr gesperrt. Die für das Rennen wichtige Infrastruktur wird in den drei Monaten vor der Austragung jedes Mal wieder von neuem auf-, und sechs Wochen lang nach dem Rennen abgebaut, denn nur der Start-Zielbereich mit der Boxenanlage ist permanent.

Die derzeitigen Verträge mit der FIA laufen mit dieser Saison aus, Zukunft noch offen. Die Rennstrecke mit 52 Prozent Vollgas-Passagen, Top-Speeds von über 315 Stundenkilometern und Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern, verzeiht kaum Fahrfehler, überall befinden sich Mauern und Zäune sehr nah an der Strecke. Überholen dürfte hier trotz neuen, breiteren Spoilern äußerst schwierig sein.

Es werde Licht: Neben der traditionellen Schlussleuchte müssen alle Boliden ab sofort über zwei weitere Leuchten links und rechts am Heckspoiler verfügen. Apropos Licht: In Deutschland und Europa heißt es am Sonntag wegen der Zeitverschiebung früh aufstehen, für ein hoffentlich spannendes Rennen und einen guten Start in eine neue, gute Saison.