25.06.2019
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Formel 1: GP von China: Tausend Rennen in siebzig Jahren

Vettel gratuliert Charles Leclerc

Charles Leclerc (li.) zeigte in Bahrain den etablierten Piloten "wo`s lang geht": Sebastian Vettel zeigte Größe und gratulierte seinem jungen Ferrari-Teamkollegen.

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Lukas Gorys

Shanghai -

Die Formel 1 feiert an diesem Wochenende ein denkwürdiges Jubiläum. In Shanghai wird am Sonntag beim GP von China das "eintausendste Rennen" in der F1- Weltmeisterschaft gefahren. Dieses Jubiläumsrennen hätte aber eigentlich im englischen Silverstone stattfinden müssen, denn dort ist "die Wiege" der Formel 1.

Es war am 13. Mai 1950, als König George VI. zusammen mit der späteren Queen Elizabeth 21 Rennfahrer auf dem ehemaligen Flugplatzgelände von Silverstone per Handschlag persönlich begrüßte. Das Alfa Romeo Team hatte vier "Alfettas Tipo 158" gemeldet, diese fuhren damals noch "auf eigener Achse" von Banbury über Landstraßen bis nach Silverstone. Weil dem König die Sonntagsruhe heilig war, fand das allererste Rennen zur "Automobilweltmeisterschaft" damals nicht an einem Sonntag, sondern am Samstag statt. Das Rennen gewann vor rund 200.000 Zuschauern der Italiener Guiseppe Farina, der im 385 PS starken Alfa Romeo als allererster Sieger dieser "neuen Automobilweltmeisterschaft" gleichzeitig Motorsportgeschichte schrieb.

Dass nach jetzt 999 gefahrenen Grand Prix das "1000te Jubiläums-Rennen" nicht auf einem Traditionskurs wie Silverstone oder auch Monza stattfindet, sondern auf einer jungen, modernen Rennstrecke in Übersee, ist vermutlich der Tatsache geschuldet, dass die Witterungsbedingungen in Silverstone im April gefürchtet sind. Nasskalte Temperaturen und schwere Regenfälle sind in dieser Zeit auf der britischen Insel durchaus nicht ungewöhnlich. Zudem gibt es langfristige Verträge und Terminvereinbarungen zwischen den Formel 1-Verantwortlichen und den Rennstreckenbetreibern, die man nur ungern "verändert".

"Aufwärts" in Shanghai

Der "Shanghai International Circuit", liegt rund 25 Kilometer nordwestlich von Shanghai, der mit rund 27 Mio. Einwohnern größten Stadt der Volksrepublik China, entfernt. Die Formel 1 fuhr dort erstmals 2004. Das Streckenlayout ist dem chinesischen Schriftzeichen "Shang" nachempfunden, was "hoch" oder "aufwärts" bedeutet. Es ist eine abwechslungsreiche Strecke mit 16 Kurven, von denen insbesondere die "Schneckenkurve" nach Start-Ziel besonderes Augenmerk verdient, weil diese sich zum Ende hin immer weiter "zuzieht" und die Fahrer entsprechend stark fordert. Einige meinten sogar, es sei die beste Kurve aller Rennstrecken.

Charles Leclerc

Charles Leclerc ist schnell und neuer "Hoffnungsträger" bei Ferrari.

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Lukas Gorys

Im Vorjahr gewann Dank kämpferischer Leistung überraschend Daniel Ricciardo in einem Red-Bull. Lewis Hamilton ist in Shanghai aber mit bislang fünf Siegen nicht nur Rekordgewinner, diesen historischen, "eintausendsten Grand-Prix" will er jetzt natürlich besonders gerne gewinnen. Das will auch Sebastian Vettel, in Shanghai siegte er aber bislang einmal, im Jahr 2009, in einem Red-Bull. Mit Spannung wird das erneute teaminterne Duell zwischen "Altmeister" Vettel und seinem superschnellen, jungen Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc erwartet. Der Monegasse glänzte in Bahrain nicht nur mit seiner ersten Pole-Position, er dominierte das Rennen in der Wüste auch lange in Führung liegend. Nur ein technischer Defekt am Ferrari konnte ihn zum Rennende einbremsen, immerhin wurde er aber noch Dritter hinter Lewis Hamilton und Valtteri Bottas.

Der Sieger des "1000ten Formel 1-Rennens" kann am Sonntag in Shanghai ein weiteres Kapitel Motorsportgeschichte schreiben. Schöner wäre es natürlich gewesen, wenn das in Silverstone stattgefunden hätte. Vielleicht hätte ja dort die Queen dann wie 1950 alle 20 Fahrer wieder persönlich begrüßt.

Als Einstimmung auf das Rennen in Shanghai, sehen Sie hier die Bilder vom letzten F1-Rennen in Bahrain: