25.06.2019
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Mit 77 Jahren verstorben: Trauer um Ex-FC-Spieler Toni Regh

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Im Laufe seiner Karriere hatte Toni Regh zahlreiche Erinnerungen gesammelt. Unter anderem zierte eine große Wand mit Fotos sein Haus in Stotzheim. Nun ist Regh im Alter von 77 Jahren verstorben.

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Archiv - Torsten Beulen

Euskirchen-Stotzheim -

Toni Regh ist tot. Der Stotzheimer, der mit dem 1.FC Köln zweimal Deutscher Meister wurde, ist am vergangenen Sonntag im Alter von 77 Jahren verstorben. Regh trug in den 1960er Jahren in 178 Pflichtspielen den Dress der Geißböcke. Er war an zwei Meistertiteln (1962 und 1964) und einem DFB-Pokalsieg (1968) beteiligt und wirkte bei legendären Europapokal-Schlachten mit.

Als junger Spunt von gerade mal 20 Jahren war Toni Regh 1961 zum „Effzeh“ gewechselt. Dank seiner Kampfkraft und der ausgezeichneten Kondition konnte er sich schnell einen Stammplatz im Team erobern - und das zu einer Zeit, als die Kölner nicht nur „dä eetste Club am Rhing“ waren, sondern mit ihrem modernen Trainingsgelände mitten im Grüngürtel und dem visionären Präsidenten Franz Kremer vielen Vereinen in Deutschland als Vorbild dienten. „Ja, er war ein »Wöhldier«, ein Arbeitstier, auf dem Platz, ein Dauerläufer, der kämpfen konnte […] Wenn der Trainer vor einem Spiel die Mannschaftsliste […] vorlas, machte er manchmal den Scherz, bei Toni Regh gleich drei Positionen auf einmal anzugeben“, schreibt Hubert Misgeld in dem Buch „Stotz-heim erzählt - Band 2“ über Toni Regh.

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Eine Aufnahme aus Toni Reghs großem Fundus an Erinnerungen: Hier kämpft er mit dem Frankfurter Hans-Walter Eigenbrodt (r.) um den Ball. Das Spiel fand am 28. Februar 1964 vor 35.000 Zuschauern im „Kölner Stadion“ statt - Endstand 1:1. 

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Sammlung Toni Regh

Mehrmals pro Woche machte sich Toni Regh auf den Weg von Stotzheim nach Köln - und zwar mit dem Moped. Ein Auto konnte er sich erst später leisten, denn anders als heutzutage, wo die Nobelkarosse eines Sponsors quasi zur Grundausstattung eines Bundesligafußballers gehört, war die Entlohnung für die Einsätze im FC-Trikot vor mehr als 50 Jahren nicht gar so einträglich. Mit 300 Mark pro Monat wurden Reghs Dienste anfangs belohnt, später gab es immerhin 1200 Mark 250 Mark zusätzlich pro Sieg. Und als Meisterprämie spendierte ein Sponsor allen FC-Spielern seinerzeit einen kleinen Fernseher…

Aber das Geld war für Toni Regh nicht wichtig. „Wir hätten auch »für lau« beim FC gespielt“, sagte Regh einst im Gespräch mit dem Blickpunkt am Sonntag. Und wenn es sein musste, ging er halt auch ins Tor. So wie am 5. September 1962 im schottischen Dundee. Schlussmann Fritz Ewert hatte sich bei der Premiere der Geißböcke im Europapokal der Landesmeister bereits in der vierten Minute eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen. Bis zur Halbzeit hielt Ewert durch - da stand es bereits 0:5. Und weil Auswechselungen damals noch nicht gestattet waren, wurde Toni Regh kurzerhand von Trainer „Tschik“ Cajkovski zwischen die Pfosten beordert. Die Partie endete 1:8, „aber ich habe noch ein paar gute Dinger gehalten“, erinnerte sich Regh noch Jahre später. Auf dem Rückflug kam es zu Cajkovskis bekanntem Ausspruch „Am besten Flugzeug stürzt ab!“

Nicht minder legendär ist das Viertelfinal-Duell im Europapokal der Landesmeister gegen den FC Liverpool im März 1965, bei dem Toni Regh ebenfalls mitgewirkt hat. In insgesamt drei Spielen standen sich der deutsche und der englische Meister gegenüber. Hin- und Rückspiel endeten jeweils 0:0; das Entscheidungsspiel in Rotterdam nach Verlängerung ebenfalls Remis: 2:2. Nach damaligem Reglement musste das Los entscheiden. Doch auch der Münzwurf des Schiedsrichters gelang erst im zweiten Versuch. Zunächst war die Plastikscheibe senkrecht im morastigen Boden stecken geblieben; bei der Wiederholung war das Glück auf Seite des FC Liverpool.

Toni Reghs beim „Effzeh“ endete 1969. Er verabschiedete sich zum Lokalrivalen Fortuna Köln, für den Regh noch zwei Jahre in der Regionalliga kickte, der damals zweithöchsten deutschen Spielklasse. Es folgten Engagements beim Euskirchener TSC, Olympia Köln und dem TuS Chlodwig Zülpich, mit dem Toni Regh im Jahr 1975 als Spielertrainer in die Landesliga aufstieg. Später war er als Trainer bei seinem Heimat-verein Schwarz-Weiß Stotzheim, beim SV Kirchheim und zuletzt zwölf Jahre beim SC Enzen-Dürscheven aktiv. Für den SC bestritt Toni Regh auch sein letztes Spiel - im stolzen Alter von 50 Jahren!

„Ich wünsche mir, dass meine Rosi und ich zusammen 100 Jahre alt werden“, verriet Regh einst dem Blickpunkt am Sonntag. Dieser Wunsch ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Toni Regh ist just an dem Tag verstorben, an dem sein „Effzeh“ das rheinische Derby gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 gewann. Er hätte sich ganz sicher darüber gefreut. 


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